Fairphone hat Version 3 seines einfach zu reparierenden Smartphones vorgestellt. Zwar bewegt sich das Gerät technisch betrachtet eher im Mittelfeld, bringt dafür aber andere Vorteile mit.
In einem Telefon stecken tausende Komponenten, bei deren Herstellung diverse Rohstoffe zum Einsatz kommen, darunter seltene Erden und Gold. Laut Fairphone stecken in einem Gerät hunderte Materialien, die sich aus 40 Rohstoffen zusammensetzen. Viele der verbauten elektronischen Komponenten in Smartphones und Tablets entstehen unter fragwürdigen Produktionsbedingungen. Der Abbau der Rohstoffe, ihre Verarbeitung zu Komponenten erzeugen Umweltschäden und gefährden die Arbeiter selbst, darunter oft Kinder. Zugleich findet ein Recycling in vielen Fällen nicht statt, sondern erzeugen die Wegwerfgeräte einen wachsenden Berg an toxischem Müll.
Zugleich entpuppen sich viele der Geräte als ein Alptraum in der Reparatur, sind zentrale Komponenten wie das Display verklebt, Akkus nur umständlich austauschbar und brauchen Nutzer Spezialwerkzeuge, um die Geräte zu öffnen. Selbst bei Interesse wäre Monika Mustermann in der Regel also nicht in der Lage, ihr Smartphone selbst zu reparieren. Werkstätten gibt es zwar, aber der Austausch der Komponenten lohnt sich mit Blick auf den Gesamtpreis finanziell mitunter kaum.
Anderer Fokus
Anders als die großen Smartphone-Anbieter bemühen sich die Fairphone-Macher, die negativen Auswirkungen der Smartphone-Produktion zu begrenzen. Zwar stecken auch im nun vorgestellten Fairphone 3 viele herkömmliche Komponenten, aber eben auch einige mit Bedacht ausgewählte. Das Unternehmen bemüht sich darum, einige der zentralen Rohstoffe für Smartphones aus konfliktfreier Herstellung zu verwenden, angefangen mit Zinn, Tantal, Wolfram und Gold. Später identifizierte das Unternehmen noch sechs weitere Elemente: Kobalt, Kupfer, Gallium, Indium, Nickel sowie Seltene Erden. Letztere bestehen genau genommen aus einer Reihe von verschiedenen Elementen.
Nur für einige davon bietet Fairphone bislang eine faire und konfliktfreie Produktionskette an. Unter anderem verwendet das aktuelle Fairphone 3 als erstes Smartphone faires Gold. Zudem setzt der Hersteller auf konfliktfreies Zinn und Tantal sowie Materialien, die anteilig aus Recycling gewonnen wurden, darunter Kupfer, Wolfram aber auch Plastik. Zugleich werden die Nutzer der Geräte aufgefordert, diese entweder möglichst lange zu nutzen oder, wenn das nicht mehr geht, selbst die wertvollen Rohstoffe aus den Altgeräten auszubauen und an Fairphone zu schicken.
Reparieren leicht gemacht
Das Fairphone 3 lässt sich im Vergleich mit anderen Geräten extrem einfach zerlegen. Es besteht aus verschiedenen Komponenten, die sich mit Hilfe eines mitgelieferten Schraubenziehers ausbauen und auswechseln lassen, darunter der Akku (30 Euro), die Kamera (50 Euro), das Display (90 Euro) sowie einige weitere. Bei den meisten Geräten sind einige dieser Komponenten verklebt, und sie sind nur mit Spezialwerkzeugen zu öffnen. Insgesamt kostet das Gerät, wenn Käufer es aktuell über die Webseite bestellen, rund 460 Euro inklusive Versand. Ausgeliefert wird es offiziell ab Ende September.
Die technischen Daten fallen, gemessen an Spitzengeräten, nicht sonderlich beeindruckend aus, sind aber gute Mittelklasse. Als Betriebssystem kommt ein nicht modifiziertes Android 9 zum Einsatz, im Inneren werkeln ein Snapdragon 632 von Qualcomm und 4 GByte RAM. Die 64 GByte interner Speicherplatz lassen sich über eine Micro-SD-Karte erweitern. Das 5,7-Zoll-Display löst mit 2160 x 1080 Pixeln auf (Full HD) bei einer Pixeldichte von 427 ppi. Die Kamera vorn verfügt über 12 Megapixel, die dem Nutzer zugewandte über 8 Megapixel. Das Gerät unterstützt NFC für Bezahlvorgänge, zwei Sim-Karten, LTE und schnelles WLAN sowie Bluetooth 5.0. Einen ersten Test haben die Kollegen von Golem.de veröffentlicht.





Wenn es jetzt auch noch SailFish als OS dafür gäbe, würde ich sofort potentieller Käufer.
Die Chance besteht natürlich, dass irgendwann ein Port für Fairphone 3 erscheint. Auf dem Fairphone 2 lässt es sich ja installieren. Daneben gibt es für das letzte Fairphone offiziellen Support von Ubuntu Touch und Lineage OS.