Red Hats Echtzeitsoftware MRG startet öffentliche Beta

Das amerikanische Linux-Unternehmen Red Hat startet den öffentlichen Betatest der hauseigenen Echtzeitlösung mit kombinierten Messaging, Echtzeit- und Grid-Funktionalitäten. Anfang 2008 soll die Software fertiggestellt und im Abonnement-Modell ausgeliefert werden.

Red Hats Echtzeitsoftware heißt MRG, als eine Abkürzung für die Begriffe Messaging, Realtime und Grid und soll wie das englische Wort “Emerge” (enstehen, hervortreten) ausgesprochen werden. Nachrichten und Transaktionen sollen hiermit in Blitzgeschwindigkeit übertragen werden, verbunden mit einer Technologie namens High Throughput Computing (HTC).

Red Hat MRG basiert auf zwei wesentlichen Open-Source-Projekten: Der Standard Advanced Message Queuing Protocol AMQP, hinter dem unter anderem Unternehmen wie die Finanzdienstleister Credit Suisse und JP Morgan Chase stehen. AMQP definiert, wie Nachrichten aus verschiedenen Systemen aussehen können und wie weiter mit ihnen verfahren wird. Im Open-Source-Projekt Condor geht es um HTC-Technologie, hier arbeitet Red Hat eng mit der Universität von Wisconsin zusammen. Dabei soll MRG nicht nur die Aufgabe einer Messaging-Middleware mit Echtzeitfunktion übernehmen, sondern außerdem Aufgaben zuordnen sowie Rechnerkapazitäten und Energiebedarf in heterogenen Umgebungen steuern. Wenn beispielsweise in einem Netzwerk einzelne Desktop-Rechner nicht genutzt werden, sollen diese über MRG zurück in den Rechnerpool gebracht werden, damit die freien Kapazitäten anders eingesetzt werden können. Diese Funktionalitäten aus verteilten Umgebungen, aus dem so genannten Cloud Computing, setzt das Unternehmen auch in dem Software-Service Amazon EC2 ein (Linux-Magazin Online berichtete). MRG soll damit ein weiterer Baustein der Red-Hat-Automations-Strategie sein, unter dem Schlagwort “Anywhere, Anytime” (Überall, jederzeit) vermarktet.

Der Wettbewerber Novell hat vor wenigen Tagen seine Echtzeit-Software Suse Linux Enterprise Real Time (SLERT) veröffentlicht. Gegenüber Medienvertretern warf der Red-Hat-Manager Scott Crenshaw dem Konkurrenten vor, die Basis von SLERT sei zu 80 Prozent von Red Hat entwickelt. Damit setze Novell Code ein, den Red Hat nur als Beta nutzen würde. Im offiziellen Presse-Blog von Novell antwortet Kevan Barney: “Es ist Open Source, erinnert Ihr Euch?” Novell habe den Code getestet, und er erwidert bissig: “Nur weil Red Hat wieder spät auf den Markt kommt, heißt das nicht das Linux “Beta-Code” enthält.”

Als Plattformen für die Messaging- und Gridfunktionalitäten eignen sich zahlreiche Plattformen wie Java, Solaris und .Net. Als optimal bezeichnet Red Hat selbstverständlich die Kombination mit den Echtzeitfunktionalitäten aus MRG auf der hauseigenen Unternehmenssoftware Red Hat Enterprise Linux. Als öffentliche Beta soll MRG Ende der Woche verfügbar sein, Interessierte können sich auf der Herstellerwebseite registrieren.

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