Raspberry Pi als ERP-Appliance

Auf die Idee muss man erst mal kommen: Einen scheckkartengroßen, für Lernzwecke konzipierten Linux-Minicomputer als Server fürs Enterprise Resource Planning auszuwählen.

Die 512 MByte Arbeitsspeicher und der schwachbrüstige ARM-Controller des populären Raspberry Pi scheinen der Stuttgarter Firma All for Accounting GmbH zu reichen, um eine Drei-User-Variante der hauseigenen proprietären ERP-Software Mercaware zu betreiben. Das jedenfalls legt eine Presseeinladung für den 5. Dezember nahe. Ein vorab veröffentlichtes Foto zeigt ein hellrotes Kästchen mit Ethernet-Buchse, dessen Größe gut zu den bekannten Raspberry-Platinen passt.

Die Benutzer sollen sich von ihren Arbeitsplatz-PCs aus per Java-fähigen Webbrowser auf den Liliput-Server einloggen. Dort läuft ein Applicationsserver unter Linux und PostgreSQL. Mercaware umfasst Angebots- und Auftragserstellung, Artikelverwaltung, Chargenverwaltung, Ausgangslieferung, Barcodeeingabe, Faktura, Produktions- und Einkaufssteuerung, Bedarfsermittlung, Wareneingang, Stücklisten, Lagerbestandsanalysen und -korrekturen, Eingangsrechnung, Buchhaltung, Warenwirtschaft, Mahnwesen, Abbilden von Kostenstellen und -träger. Die ERP-Appiliance mit dem Potenzial hinter den Schreibtisch zu fallen, soll noch dieses Jahr auf dem Markt kommen. Wenn das Anwendungsbeispiel Schule macht, ist SAP R/3 für die Fritzbox nur eine Frage der Zeit.

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