Der Sicherheitsexperten Qualys hat mit der RegreSSHion getauften Sicherheitslücke in OpenSSH eine Schwachstelle gefunden, die sich remote ausnutzen lässt, um Code darüber auszuführen.
Die von der Qualys Threat Research Unit (TRU) entdeckte RegreSSHion (CVE-2024-6387) sei eine Schwachstelle (RCE) in OpenSSHs Server auf Glibc-basierten Linux-Systemen, die vier Jahre lang unentdeckt geblieben sei, teilt Qualys mit. Wem es gelinge, diese Schwachstelle auszunutzen, könne beliebigen Code mit den höchsten Privilegien ausführen, was zu einer vollständigen Systemübernahme, der Installation von Malware, der Erstellung von Backdoors und mehr führen könne, heißt es weiter. Qualys habe einen Exploit erstellt, der aber nicht veröffentlicht werde.
Mit über 14 Millionen potenziell verwundbare Instanzen weltweit haben die Experten identifiziert. RegreSSHion sei schwerwiegend und kritisch, insbesondere für Unternehmen, die sich bei der Verwaltung von Remote-Servern stark auf OpenSSH verlassen würden, so Qualys. OpenSSH sei dafür bekannt, eine sehr sichere Software zu sein, teilt Qualys mit. Diese Sicherheitslücke sei eine eklatante Lücke in einer ansonsten nahezu fehlerfreien Implementierung.
Bei der Sicherheitsanalyse haben Qualys festgestellt, dass es sich bei dieser Sicherheitslücke um eine Regression der zuvor gepatchten Sicherheitslücke CVE-2006-5051 handle, die im Jahr 2006 gemeldet wurde. Eine Regression bedeutet in diesem Zusammenhang, dass eine einmal behobene Schwachstelle in einer späteren Softwareversion wieder auftaucht, in der Regel aufgrund von Änderungen oder Aktualisierungen, durch die das Problem versehentlich wieder eingeführt wird. Dieser Vorfall mache deutlich, wie wichtig gründliche Regressionstests seien, um zu verhindern, dass bekannte Schwachstellen erneut eingebracht werden. Diese Regression sei im Oktober 2020 eingeführt worden, mit OpenSSH 8.5p1, so Qualys.
Die Lücke ist in den OpenSSH-Versionen vor 4.4p1 enthalten. Die OpenSSH-Versionen ab 4.4p1 bis 8.5p1 sind nicht angreifbar. OpenSSH ab 8.5p1 ist aufgrund der Regression wieder angreifbar und birgt den schadhaften Code. OpenSSH 9.8p1 schließt die Lücke.



