Purism zieht zurzeit einige Aufmerksamkeit auf sich. Doch nicht nur die Smartphone-Pläne stoßen auf Interesse. Die Firma habe es nun nach Jahren geschafft, in den Librem-Laptops Intels Management Engine (ME) zu deaktivieren.
Purism verfolgt die Idee, die angebotene Hardware komplett offen zu gestalten. Intels Management Engine steht dieser Idee seit 2008 entgegen. Die separate CPU ist Teil von Intels Active Management Technology (AMT) und in der Lage, einen Computer zu steuern und zu kontrollieren, selbst wenn dieser ausgeschaltet ist.
Bislang neutralisierte Purism 92 Prozent der ME-Funktionalität, indem es die so genannten Field Programmable Fuses unkonfiguriert ließ. Diese Fuses kann der Hersteller eines Rechners, der die Intel-Prozessoren im Manufacturing-Modus erhält, einmalig programmieren. Setzt er Variablen für bestimmte Fuse-Schalter, kann er damit die komplette Management Engine zum Leben erwecken, was es zum Beispiel unmöglich macht, alternative Bootloader wie Coreboot zu betreiben.
Die Neutralisierung betrachten die Purism-Entwickler aber nur als einen von vier möglichen Zuständen der ME. Diese kann aktiv sein, neutralisiert, deaktiviert oder entfernt. Neuerdings lässt sich die Management Engine also mit Hilfe von Purisms Coreboot-Version komplett deaktivieren, was laut Purism einige Zeit für unmöglich gehalten wurde. Es habe Jahre gedauert, einen Weg zu finden, um dieses Problem sauber und nachvollziehbar zu lösen. Librem 13 und Librem 15 will die Firma mit deaktivierter ME ausliefern, bereits ausgelieferte Libre-Laptops erhalten diese Möglichkeit über ein Software-Update.
Trotz dieses “Meilensteins” sieht Purism die Mission noch nicht als beendet an. Nicht nur will man im nächsten Schritt den vierten Zustand erreichen und die ME komplett entfernen. Coreboot verwendet zurzeit mit Intel FSP (Firmware Support Package) auch noch notgedrungen eine weitere Binärdatei, die es zu ersetzen gelte. Diese Hardware sei zwar nicht so problematisch wie die ME, stünde aber einer komplett freien Hardware noch im Wege. Das gelte auch für das Video-BIOS (vBIOS), einer Art BIOS für integrierte Grafikchips, die das Projekt öffnen möchte.







