Project Myna: Speech-to-Text kommt auf Ubuntu Desktop

Der Gesangvogel Mynah imitiert menschliche Sprache.

Der Gesangvogel Mynah imitiert menschliche Sprache. Quelle: Nafis Ameen / Wikimedia

Das für Ubuntu 26.10 geplante Diktiertool ist ein wichtiger Schritt für die Barrierefreiheit und nebenbei auch ein nützliches Werkzeug zur Produktivität. Dabei legt Ubuntu besonderen Wert auf Sicherheit und Datenschutz.

Das kommende Speech-to-Text-Tool Myna ist nach dem gleichnamigen Vogel, zu deutsch Mynah oder Bergbeo (Gracula religiosa) benannt, ein in Südostasien beheimateter Singvogel mit der Fähigkeit, menschliche Sprache zu imitieren. Myna soll Nutzern eine einfache und intuitive Bedienung bieten und wird vollständig auf lokal installierter Hardware laufen.

Im Blogpost zur Ankündigung betonen die Ubuntu-Entwickler, dass Myna bewusst zunächst auf zusätzliche Features wie Voice-Assistenten oder Übersetzung verzichtet. Stattdessen soll die erste Version eine zuverlässige Desktop-Funktion sein, die genau das macht, was sie verspricht. Mit einem Keyboard-Shortcut können Nutzer Myna aktivieren, sprechen und in der verwendeten Anwendung den eingesprochenen Text erscheinen sehen.

Unter der Haube läuft Myna über lokal installierte Spracherkennungsmodelle. Sobald die Modelle installiert sind, braucht es keine aktive Internetverbindung. Zur Gewährleistung des Datenschutzes hat Myna nur nach explizitem Aktivieren per Keyboard-Shortcut Zugriff auf das Mikrofon. Die Audiodaten werden im Arbeitsspeicher verarbeitet und sofort wieder gelöscht, wobei keine Aufnahmen an externe Cloud-Dienste hochgeladen werden.

Nach dem Release von Ubuntu 26.10 soll zunächst die Desktop-Integration und die Genauigkeit der Spracherkennung verbessert werden, bevor neue Features hinzugefügt werden. Das Projekt steht unter der GPL-3.0-Lizenz und ist in Canonicals Dokumentation einsehbar. Das Team ermutigt Interessierte ausdrücklich, sich in das Projekt einzubinden. Feedback ist insbesondere von Nutzern gewünscht, die im täglichen Leben auf Speech-to-Text und vergleichbare assistive Technologien angewiesen sind.

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