Privatsphäre schützen: Librem 5 bekommt drei Kill-Switches

Das mittels Crowdfundig finanzierte freie Linux-Smartphone Librem 5 bekommt zum Schutz der Privatsphäre des Nutzers drei Hardwareschalter, um etwa Mikrofon und Kamera abzuschalten.

Das Purism-Team geht in Person von Chief Security Officer Kyle Rankin auf die Sicherheitsfunktionen des Smartphone ein. Schon die Laptops von Librem setzen auf zwei Hardwareschalter, beim Librem 5 seien es aber deren drei. Einer schaltet Kamera und Mikrofon ab, einer WLAN und Bluetooth und einer die Mobilfunkverbindung. Für Rankin ist der Kill-Switch für Kamera und Mikrofon bei einem Handy sogar wichtiger als bei einem Laptop, schließlich trage man das Smartphone ständig mit sich herum. Sollte das Gerät mit Malware infiziert sein, die auf Kamera und Mikrofon abziele, sei ein Smartphone für Angreifer das lukrativere Schnüffelobjekt. Gleiches gelte für WLAN und Bluetooth. Auch bei den drahtlosen Verbindungen sei es wahrscheinlicher, dass man mit dem Smartphone in eine für Angriffe riskante Umgebung gelange.

Der Schalter für die Mobilfunkfunktion ist die Neuerung gegenüber den Laptops. Dieser Schalter bedinge ein gegenüber herkömmlichen Smartphone geändertes Hardware-Design, das CPU und Cellular-Modem nicht auf einem Chip mitbringe. Das Librem 5 hat das Baseband auf eine M.2-Karte ausgelagert, so Rankin. Lege man den Schalter um, können man sicher sein, dass sich das Handy nicht über die Mobilfunkverbindung orten lasse, so Rankin.

Eine weitere Spezialität ist der Lockdown-Mode. Hat der Nutzer alle drei Kill-Switches betätigt, geht das Smartphone in den Lockdown-Mode, der auch noch die GPS-Ortund und alle Sensoren abschaltet.

Eigentlich hätte das freie Linux-Smartphone Librem 5 schon ausgeliefert werden sollen, es gab dann aber eine  Änderung im Zeitplan: Demnach soll das Librem 5 im dritten Quartal dieses Jahres erscheinen. Ursprünglich plante Hersteller Purism, dass das Gerät ab Januar 2019 verfügbar sein solle. Auf Grund von Fehlern mit der Hardware und hier vor allem der CPU des Herstellers NXP musste die Produktion aber verschoben werden.

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