Powerbroker: Grafischer Sudo-Ersatz für's Datacenter

Das kalifornische Unternehmen Beyondtrust stockt mit seiner Serversoftware “Powerbroker” die Sudo-Funktionalität um eine grafische Konsole, Compliance-getreues Logging und einen Keylogger auf .

Das Produkt, das der Anbieter bislang nur für Windows anbot, gibt es nun auch für die Plattformen Debian, Red Hat und Suse, für Unixe von HP, IBM und Sun/Oracle sowie VMware ESX und weitere. Die Preise beginnen bei rund 2000 Euro. In Deutschland gibt es eine Handvoll Reseller, zum Beispiel Vista Consult aus Böblingen, Anykey aus Bonn und CCP aus Marburg.

Den Zugriff auf die einzelnen Server nennt der Hersteller “Privilege Access Lifecycle Management” und ermöglicht damit nach Herstellerangaben Compliance-konforme Administration nach SOX, PCI-DSS, HIPAA, COBIT und ISO 27001. Das sind Vorgaben etwa der amerikanischen Börsenaufsicht, von Kreditkartenverbänden oder Standardisierungsgremien, die Administrationstätigkeiten als Teil von Geschäftsprozessen nachvollziehbar gestalten sollen. Deshalb bietet der Powerbroker umfangreiche Report- und Logging-Ansichten der Aktivitäten. Sie liefern unter anderem Audit-fertige Reports in verschiedenen Formaten.

Powerbroker-Server richtet sich vornehmlich an große Serverinstallationen, die einer der genannten Richtlinien unterworfen sind. Es ist dazu in der Lage, die verwalteten Server vor, hinter und in der Cloud zu verwalten und eignet sich auch für virtuelle Server. Über eine grafische Oberfläche sollen Sicherheitsverantwortliche Profile hinterlegen können, die einzelnen Admins bestimmte Tätigkeiten erlauben. Für besonders hohe Anforderungen an die Nachvollziehbarkeit, lassen sich so sogar einzelne Sitzungen auf der Ebene von Tastenanschlägen den jeweiligen Systemverwaltern zuordnen. Die Produkt-FAQ verraten mehr.

Das Unternehmen Beyondtrust war bisher vornehmlich auf Zugriffskontrolle unter Windows spezialisiert. Da es jedoch kürzlich von dem in Kalifornien ansässigen Unternehmen Symark gekauft wurde (das jetzt unter dem neuen Namen firmiert), legen die beiden ihre Kompetenzen zusammen, wie sie sagen, und bieten ihre Lösungen auch für Linux, Unix und Mac an. Das Motiv: Für rund 50 Prozent der 127 Teilnehmer einer unternehmenseigenen Umfrage spielt Linux eine wichtige Rolle in Server-Umgebungen, teilt das Unternehmen mit. Als weiteres Argument nennt es den jüngsten IDC-Serverreports, laut dem Linuxserver im ersten Quartal 2010 einen Umsatzzuwachs von 20 Prozent verzeichneten.

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