Nach sieben Quartalen ist der Umsatz auf dem Servermarkt im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mit knapp fünf Prozent wieder gewachsen. Linux-Server erleben einen Wachstumssprung von 20 Prozent .
Der Umsatz betrug gut zehn Milliarden Dollar: Der Unterschied zu den letzten Quartalen erscheint marginal. Dennoch beobachten die Marktbeobachter erstmals wieder positives Umsatzwachstum. Die Stückzahlen stiegen um 23 Prozent an, nahmen jedoch auch in den vergangenen Quartalen schon zu. HP legte mit etwa dreieinhalb Milliarden Dollar um gut 16 Prozent Umsatz zu. IBM blieb an zweiter Stelle mit etwas weniger als drei Milliarden und leichtem Umsatzrückgang um ein Prozent stabil, der Drittplatzierte Dell konnte seinen Umsatz um satte 50 Prozent auf 1,7 Milliarden steigern. Bei Sun ergab sich ob der abwartenden Haltung der Kunden ein Rückgang um 30 Prozent, der Umsatz betrug nur noch rund 700 Millionen.
Am stärksten legte die unterste Klasse der Serverklassen zu, die sogenannten Volume Systems, die auf massenhaften Verkauf ausgelegt sind. Im Vergleich zum schwachen ersten Quartal 2009 ließ sich fast ein Drittel mehr mit ihnen verdienen. Businessserver der Mittelklasse und des High-End-Bereichs hingegen knickten um 20 Prozent beziehungsweise 30 Prozent ein. Die Blades legen wieder eine sehr gute Performance hin: Fast 40 Prozent mehr Umsatz bei 20 Prozent höheren Stückzahlen kamen vor allem dem Marktführer Hewlett Packard zugute (ein Drittel Marktanteil).
Den allergrößten Teil (über 90 Prozent) der abgesetzten Blade-Systeme machen x86-Plattformen aus. Die x86-Plattform steht generell an der Spitze der beginnenden Servermarkt-Erholung, was laut IDC daran liegt, dass kleine und mittlere Unternehmen jetzt ihre Infrastruktur austauschen. Im Kielwasser steigt der Umsatz mit Windows-Servern um ein Drittel auf gut fünf Milliarden US-Dollar, die mit knapp 50 Prozent sogar ein Allzeithoch erreichen. Aber auch Linux-Server wurden kräftig gekauft: Der Umsatz stieg im Vergleich zum ersten Quartal 2009 um gut 20 Prozent auf knapp zwei Milliarden Dollar. Ihr Anteil am Servermarkt beträgt jetzt etwas mehr als 16 Prozent und damit zwei Prozent mehr als zum vergangenen Jahresbeginn. Schlecht geht es mit 30 Prozent Umsatzeinbuße den Unix-Servern, ähnlich sieht es bei Nicht-x86-Plattformen wie RISC, CISC und EPIC aus.
IDC-Forschungschef Jean S. Bozman führt die schlechte Unix- und Mainframe-Situation auf das durch die Finanzkrise besonders hart getroffene mittlere und obere Segment zurück, aber auch auf die neue Situation mit Sun und Oracle. Ab dem zweiten Quartal, orakelt IDC, werde sich dieses Segment erholen: Die Nachfrage werde sich dann von Massen- auf Qualitätssysteme verschieben, deren Anschaffung etwas längerfristig geplant werde. Der Leiter für Enterprise-Plattformen bei IDC, Matt Eastwood, wiederholt nocheinmal seine Einschätzung, dass die Serververbraucher nach dem derzeitigen scharfen Einbruch gesteigerten Gebrauch der liegengelassenen Technologie machen werden.



