Einer Analyse des Handelsblatt zufolge könnte der KI-Szene ein Schock ähnlich dem beim Platzen der Dot-Com-Blase bevorstehen. Denn den Milliardeninvestitionen, mit denen sich die Branchengrößen gegenseitig überbieten, stehen keine adäquaten Einnahmen gegenüber und viele Versprechen mit Blick auf die Leistungsfähigkeit und Zuverlässigkeit der KI-Systeme werden nicht eingehalten.
Trotz der faszinierenden Erfolge generativer KI, kann die dem Menschen in der Praxis meist nur einfache und repetitive Aufgaben abnehmen und muss wegen der ständigen Gefahr zu halluzinieren aufwendig überwacht werden. Große Industrieunternehmen, darunter die Fastfoodkette McDonalds, mussten inzwischen KI-Projekte wieder einstellen. Der schwedische Finanzdienstleister Klarna ruderte wegen unzufriedener Kunden zurück, nachdem er viele seiner Kundendienstmitarbeiter durch Chatbots ersetzt hatte.
Im Ergebnis können die großen KI-Unternehmen lange nicht so viel Geld verdienen, wie sie in die Technik investiert haben. OpenAI beispielsweise soll 2,25 Dollar ausgeben, um einen Dollar Umsatz zu erzielen. Gleichzeitig werden einige KI-Startups mit Milliardensummen bewertet, noch bevor sie überhaupt ein Produkt auf dem Markt haben.
Entsprechend mehren sich die Stimmen von Skeptikern. Analysten prophezeien Amazon, Google, Meta und Microsoft in diesem Jahr neue Abschreibungsrekorde. An der Börse steigt der Kurs von IBM, das eher vorsichtig investiert und sich auf kleine, spezialisierte KI-Projekte fokussiert, statt auf die Superintelligenz.
Wenn die Blase platze, resümiert das Handelsblatt, drohe ein Börsencrash. Schon der Einbruch im Januar als Reaktion auf die überraschenden Erfolge des kleinen Mitbewerbers DeepSeek hätten gezeigt, welche Folgen bereits leise Zweifel haben könnten.





