Um unautorisierten Datenabfluss aus Unternehmen und Organisationen besser zu kontrollieren, setzen diese Firewalls, VPNs und Proxys ein. Allerdings stellen auch diese Komponenten im Hochsicherheitsumfeld mitunter eine Gefahr dar und sind selten in Freigabeprozesse integriert. Das Secure Exchange Gateway (SEG) des BSI will diesen Mangel heilen.
In seinem Vortrag im Sicherheitstrack der Perspektive Open Source Konferenz stellte Oliver Zendel, Referent beim Bundesamt für Sicherheit der Informationstechnik (BSI), das SEG-Projekt vor, an dem das BSI gemeinsam mit EADS entwickelt. Mitte November will die Behörde die Software unter einer Open-Source-Lizenz veröffentlichen. Sie stellt eine Plattform dar, die von applikations- und protokollspezifischen Konnektoren genutzt werden kann. Jeder Konnektor besteht aus einer Kette von Filtern. Sie entscheiden, ob sie Daten aus dem gesicherten in den ungesicherten Bereich oder umgekehrt transferieren dürfen. Jede einzelne Komponente kapselt die Plattform in mehreren geschachtelten Containern, darunter die Java-VM von OpenJDK und die Virtualisierungslösung Virtualbox.
Einzelne Komponenten kommunizieren über Datendioden, die Informationen nur in eine Richtung weiterleiten. Diese Interprozesskommunikation (IPC) steuert eine Datenflusskomponente, die regelbasiert ist. Zendel erklärte, ein Ziel des Projektes sei, langfristig auch komplexe Freigabeprozesse zu unterstützen. Die Verschlusssachen-Anweisung (VSA) des Bundes ist dafür ein Beispiel. Sie beschreibt den Umgang mit klassifizierten Dokumenten. Gleichzeit betonte der Referent aber auch, die demnächst freigegebene Software bilde lediglich die Grundlage und bringe im ersten Schritt erst wenige Konnektoren mit. Er nannte als Beispiele HTTP- und SMTP-Komponenten zum Überprüfen von Web- und Mail-Inhalten.
Das Bundesamt veröffentliche die Software deshalb als freie Software, weil es sich davon eine breite Nutzung verspricht und hofft, dass Unternehmen und Behörden sie als Grundlage von Erweiterungen verwenden. So werde gegenwärtig eine Technologiestudie vorbereitet, die evaluieren soll, ob sich das SEG auch für Datenströme wie Voice over IP (VoIP) eignet.





