Mit einer Nachricht an seine Kunden setzt Palm-Chef Ed Colligan der kurzen Ära des Linux-Handheld Foleo ein Ende, noch bevor sie richtig angefangen hat.
Erst im Mai 2007 hatte das Unternehmen das neue Gerät angekündigt, jetzt beendet der Chief Executive Officer CEO Colligan das Linux-Projekt. Das als Mobile Companion bezeichnete Produkt war als Erweiterung zu mobilen Kommunikationsgeräten geplant und hauptsächlich für E-Mail- und Büroanwendungen gedacht. Nach Colligans Angaben war das Gerät jetzt kurz vor der Auslieferungsreife.
Im Lauf der letzten Monate sei klar geworden, dass Palm nur eine durchgängige Plattform für alle Geräte anbieten solle. “Aus diesem Grund, und nach sorgfältiger Überlegung, habe ich mich entschlossen das Foleo-Projekt in seiner aktuellen Konfiguration zu beenden”, schreibt er im Unternehmens-Blog. “Wir können es uns nicht leisten, die (für Foleo) notwendigen Verbesserungen auf einer Plattform zu machen, die nicht unser Hauptfokus ist.” Für die Windows-Mobile-Plattform soll die Entwicklung in Zusammenarbeit mit Microsoft weitergehen, jedoch wolle man sich intern nur auf die hauseigene Betriebssystem-Plattform Palm OS konzentrieren.
Die finanziellen Folgen für das Unternehmen beziffert der Palm-Chef auf knapp 10 Millionen US-Dollar, die Palm durch die Fehlentscheidung verlieren wird. “Das ist zwar viel Geld, aber es ist ein kleiner Preis im Vergleich zu den Kosten, die die fortgesetzte Unterstützung von zwei Plattformen verursachen”, so Colligan. Er betont, dass sowohl er selbst wie auch Palm-Gründer Jeff Hawkins weiterhin an das Potential von Foleo glauben, jedoch nur als Entwicklung auf der neuen Palm-Plattform. Auf einen Zeitpunkt für den einen Foleo II will er sich allerdings nicht festlegen, die Kernplattform und Palm-Smartphones hätten nun Priorität. Noch im August auf der Linuxworld Expo in San Francisco hatte das Unternehmen öffentlichkeitswirksam für sein Gerät geworben und seine Entscheidung für Wind River als Linux-Plattform bekanntgegeben.



