Foleo: Palm stellt Linux-Gerät vor

Foleo: Palm stellt ein mobiles Gerät auf Linux-Basis vor.

PDA-Hersteller Palm hat unter der Bezeichnung Foleo ein Gerät vorgestellt, das zwischen PDA und Notebook angesiedelt ist und im Business-Segment Erfolg haben soll.

Geraume Zeit rankten sich schon die Gerüchte um die Palm-Neuheit und erstaunlicherweise sickerten nur sehr wenige Informationen an die Öffentlichkeit durch. Nun ist das Rätselraten zu Ende. Jeff Hawkins, Gründer von Palm und treibende Kraft hinter dem Konzept von Foleo präsentierte den “Mobile Companion” als Erweiterung zu mobilen Kommunikationsgeräten. Die Hauptanwendungsgebiete sieht der Hersteller in der mobilen Bearbeitung von E-Mails und Office-Dokumenten. Dazu verfügt das 1,13 kg schwere Gerät über ein Breitbild-Display mit 25,4 cm Bildschirmdiagonale, eine vollwertige Tastatur sowie WLAN und Bluetooth. Auf dem Foleo vorgenommene Änderungen sollen automatisch auch auf dem gekoppelten Smartphone und umgekehrt erfolgen. “Foleo startet heute mit einem Fokus auf drahtloser E-Mail und wir erwarten, dass der Mobile Companion über die Zeit zusätzliche Funktionen und Fähigkeiten erhält, während die Plattform wächst.” so Hawkins.

Foleo: Palm stellt ein mobiles Gerät auf Linux-Basis vor.

Foleo: Palm stellt ein mobiles Gerät auf Linux-Basis vor.

Auf dem Foleo läuft ein angepasstes Linux mit E-Mail-Anwendung, Webbrowser Opera, Editoren für verschiedene Office-Formate und ein PDF-Betrachter. Der Zugang zu den Applikation erfolgt zum Teil über Schnellstarttasten. Ähnlich einem Smartphone soll der mobile Begleiter beim Aufklappen dank Instant-On sofort einsatzbereit sein und sich genauso schnell ausschalten lassen. Für den Zugang zum Internet kann WLAN oder Bluetooth des verbunden Smartphones oder Handys genutzt werden. Die Batterielaufzeit beträgt nach eigenen Angaben rund fünf Stunden.

Foleo Mobile Companions sollen mit Palm Treo Smartphones kompatibel sein, die auf Palm OS oder Windows Mobile Betriebssystemen basieren. Bei ersten Herstellertests habe sich gezeigt, dass ein Großteil aller Smartphones mit Windows Mobile ohne oder mit nur geringen Modifikationen ebenfalls Inhalte mit dem Foleo austauschen können. Andere Smartphones mit Betriebssystemen wie beispielsweise der Blackberry von Research in Motion (RIM), Symbian und das kommende Apple iPhone sollen voraussichtlich ohne großen Aufwand mit dem Foleo zusammen arbeiten können, da die Synchronisations-Architektur von Foleo offen liegt. Palm geht davon aus, dass gemeinsam mit Drittanbietern und Entwicklern Unterstützung für eine möglichst große Anzahl an Smartphones geschaffen wird.

Auch hinsichtlich Weiterentwicklung der Software erhofft sich Palm rege Mitarbeit. Durch die offene Software-Plattform des Foleos würde Palm es gern sehen, wenn sich viele Entwickler anschließen, um neue Applikationen zu schaffen, die die Fähigkeiten und Funktionen des Foleos erweitern. Palm ist bereits Partnerschaften mit DataViz und Opera Software eingegangen. Zukünftig will Palm Smartphone-Herstellern Werkzeuge zur Verfügung stellen, die es ihnen erlauben, ihre Telefone mit dem Foleo Mobile Companion kompatibel zu machen.

Der Foleo wird ohne Festplatte ausgeliefert. Jedoch verfügt er über Steckplätze für SD- und Compact-Flash-Speicherkarten. Über Prozessor, internen Speicher und weitere technische Details schweigt Palm bisher. Auch über das verwendete Linux und das Paketmanagement ist bisher nichts bekannt. Der Preis des Foleo soll bei 500 US-Dollar liegen. Im Sommer 2007 erfolgt die Markteinführung in den Vereinigten Staaten, in Europa zum Ende des Jahres.

Ob sich das neue Konzept durchsetzen kann, bleibt abzuwarten. Der Foleo ist sowohl hinsichtlich Größe als auch beim Gewicht vielen neuen Notebooks kaum überlegen. Auch die angekündigte Akkulaufzeit ist eher mäßig. So hat der japanische Hersteller Sony vor wenigen Tagen ein 11-Zoll-Subnotebook vorgestellt, das nur wenige Gramm schwerer, aber mit Festplatte und optischen Laufwerk ausgestattet ist. Dessen Laufzeit beträgt nach Herstelleraussagen ebenfalls bis zu fünf, mit größerem Akku sogar bis zu elf Stunden. Auch andere Konzepte wie Ultra-Mobile-PCs und die von Microsoft vorgestellten Origami-PCs machen dem Foleo Konkurrenz.

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