Oracle ändert Lizenz des JDK für Linux-Distributionen

Oracle hat mit Erscheinen der Java-Version 7 die Operating System Distributor License for Java” (kurz DLJ) gestrichen und verweist Linux-Distributionen auf das OpenJDK.Linux-Distributionen können damit nicht länger native Pakete auf Basis von Oracles JDK anbieten.

Auf der bislang für die Distributionen relevanten Java-Webseite heißt es, die DLJ sei obsolet und damit auch die damit zusammenhängende Projektwebseite. Die DLJ war zwar keine freie Lizenz, erlaubte aber die Weiterverteilung. Statt auf Oracle Java sollen die Distributionen auf OpenJDK setzen, schreibt auch der von Oracle als Community-Manager beschäftigte Dalibor Topic in seinem Blog. Die DLJ sei 2006 als eine Zwischenlösung eingeführt worden, um Linux-Distributionen den Zugriff auf Java zu gewähren, bis das freie Projekt OpenJDK gereift sei. Da OpenJDK nun offiziell die Basis für das Oracle Java JDK bilde, sei der Zeitpunkt für die Umstellung gekommen, so Topic.

Debian und Ubuntu liefern bereits seit geraumer Zeit mit OpenJDK eine offene Java-Version aus (die Oracle unterstützt), aber noch bringt die ein paar Bugs mit. Daher ist es in einigen Fällen nötig, die offiziellen Java-Pakete von Oracle einzuspielen Im Paketmanager tragen die Pakete den Namen “sun-java6-*”. Offiziell heißt dieses Java Oracle JDK 6 bzw. – in der neuen Version – Oracle JDK 7.

Der Debian-Paketbauer dieser JDK-Pakete, Sylvestre Ledru, meldet sich nun in seinem Blog zu Wort und schreibt: Generell sei der Weg hin zu OpenJDK gut, dennoch komme die Aufkündigung der Lizenz nun abrupt. Es gäbe beim OpenJDK noch offene Probleme und Baustellen. Nicht zuletzt zeigen die Popularity Contests von Debian und Ubuntu, dass mehr Nutzer das Paket “sun-java6-jre” verwenden als die freie Alternative “openjdk-6-jre”. Als Konsequenz ruft der Entwickler dazu auf, mögliche Fehler im OpenJDK ab sofort im Bugtracker von Debian zu melden um OpenJDK schnell konkurrenzfähig zu machen

Dalibor Topic verweist in seinem Beitrag auf die Möglichkeit für Nutzer, sich bei Bedarf das kostenlose JDK von den Oracle-Websites zu laden. Dass Projekte wie Debian sich das Oracle JDK über den Umweg eines Downloads von Oracle holen, vergleichbar mit der Methode einiger Distributionen für den proprietären Flashplayer, hält Sylvestre Ledru für unwahrscheinlich: Wir sollten stattdessen die Gelegenheit wahrnehmen, OpenJDK zu verbessern.”

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