Das Openchange-Projekt hat die Version 0.6 der freien MAPI-Bibliothek Openchange veröffentlicht und bezeichnet diese als "größeren Schritt zur Vollständigkeit". Unter anderem unterstützt das Projekt jetzt alle gängigen Versionen des Microsoft Servers von Exchange 2000 über 2003, Small Business Server 2003 bis zu Exchange 2007.
Die Entwickler rund um die Autoren Julien Kerihuel und Dan Shearer fügten der Version 0.6 die Unterstützung von ACLs, Zugriffsrechten und Public Folders hinzu und pflegten zahlreiche Bugfixes und Verbesserungen an der Performance ein. Für interessierte Programmierer stehen neben einer kompletten Toolchain auch die entsprechenden Perl-Bindings zur Verfügung.
Kerihuel sagte gegenüber Linux-Magazin Online: “In meinen Augen ist der wichtigste Schritt die vollständige Unterstützung der Named Properties. Das bedeutet, dass wir jetzt alle generischen Exchange-Objekte wie Nachrichten, Termine, Aufgaben und Notizen erzeugen können, unabhängig von der Version des eingesetzten Exchange-Servers.”
Die Tools der freien MAPI-Library gestatten es Admins, von Linux aus einen MS Exchange-Server abzufragen und zu administrieren. Nachdem die Entwickler auf der Konferenz Samba XP im Frühjahr 2007 noch erste Prototypen vorgestellt hatten (wir berichteten), steht nun erstmals eine umfassende Sammlung an Programmen zur Administration und Automatisierung zur Verfügung. So dient Openchangepfadmin beispielsweise zur Benutzerverwaltung im LDAP des Exchange-Servers, Openchangeclient ist ein Exchange-Client für die Linux-Befehlszeile und Exchange2mbox gestattet den Export von Exchange-Mailboxen ins Mbox-Format.
Die aktuelle Openchange-Version mit dem Codenamen Holodeck kann bei Sourceforge heruntergeladen werden.
In der aktuellen Ausgabe der Linux Technial Review 05 -Groupware stellen die beiden Openchange-Autoren ihre Software und die Exchange-Administration ausführlich vor.


