Open Source Router: OpenWRT-Community will eigene Hardware bauen

Ein komplett von freier Software unterstützter Router für weniger als 100 US-Dollar – der OpenWRT One soll die Community befriedigen.

Das Team der auf Router und Access Points fokussierten Linux-Distribution OpenWRT will endlich einen seit Jahren gehegten Plan in die Tat umsetzen und sich und seiner Community eigene Hardware bauen. Das kündigten die Beteiligten auf der Mailingliste des Projekts an. Dabei heißt es, dass aktuell verfügbare Hardware wie die Banana-Pi-Serie inzwischen die grundlegenden Ziele der Idee erfülle, die das Team bereits seit 2017 diskutiere.

Dazu gehört etwa die ARM Trusted Firmware und U-Boot, die vollständig als freie Software unterstützt werden sowie vollständiger Support im Hauptzweig des Linux-Kernels. Als proprietäre Software soll dort nur die Firmware für Ethernet und Wi-Fi zum Einsatz kommen, die nicht auf dem Haupt-SoC laufen sowie die Routinen zur DRAM-Kalibrierung. Ausgehend davon hat das Team der Ankündigung zufolge mehrere Designs als Vorschläge erarbeitet und verschiedene Konfigurationen analysiert.

Das Ergebnis dieser Arbeiten ist der nun vorgestellte Plan des OpenWRT One. Als Grundlage sollen das Mediatek-SoC MT7981B in Kombination mit einem Mediatek-WLAN (MT7976C) für 2,4 GHz (2×2) und 5 GHz (3×3), Ethernet über 2,5GbE- und 1GbE-Anschlüsse bereitstehen. Als Arbeitsspeicher sollen 1 GByte DDR4 benutzt werden und als Hauptspeicher 128 MByte Nand Flash für die Firmware. Hinzu kommt ein M.2-Anschluss für eine NVMe-SSD. Die Stromversorgung soll über USB-Power-Delivery bei 12 Volt über USB-C umgesetzt werden, PoE soll optional verfügbar sein.

Die Platine soll kompatibel zum Banana Pi R4 sein, so dass ein Gehäusedesign wiederverwendet werden kann. Geplant sind außerdem drei Anschlüsse (MMCX) für Antennen. Das Gerät soll über die für Elektronik üblichen notwendigen Zertifizierungen verfügen, um diese etwa in Europa und den USA betreiben zu können und weniger als 100 US-Dollar kosten. Banana Pi soll auch den weltweiten Vertrieb übernehmen.

Das Team schreibt zudem, dass es sowohl von Mediatek als auch von Banana Pi bereits prinzipiell Unterstützung für das Projekt signalisiert bekommen habe. Auch die Software Freedom Conservancy, die OpenWRT rechtlich vertritt, sei beteiligt und soll pro verkauftem Gerät einen Spendenanteil bekommen und dem Team bei der GPL-Compliance helfen. Immerhin hat das Team bisher selbst nie Geräte in den Markt gebracht.

Wann der Router OpenWRT One verfügbar sein könnte, ist derzeit nicht absehbar. Bis auf Diskussionen zur Hardware-Ausstattung gibt es derzeit auch keine grundsätzliche Kritik an der Idee, so dass diese wohl wahrscheinlich umgesetzt wird.

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