In gleich zwei Artikeln beschäftigt sich das Open Source Observatory (OSOR) mit dem Einsatz von Linux in Krankenhäusern. Spanische Krankenhäuser testen ein Open-Source-Portal, polnische verwenden Open-Source-Software für ihre Gesundheitsdienste.
In Spanien arbeitet der größte Krankenhausbetreiber Quirón an einem Open-Source-Portal auf Basis von Open Stack, um Patienten ihre Radiologiedaten zugänglich zu machen. Laut OSOR ist Projekt Teil eines dreijährigen Forschungsprojekts mit dem Namen Coco Cloud, das 2013 rund 2,8 Millionen Euro von der Europäischen Kommission erhielt. Coco steht dabei für Confidential und Compliant, die zugehörige Cloud setzt auf Cloud OS von HP, das auf Open Stack basiert, aber auch proprietäre Komponenten von HP enthält.
An Warschaus Universitätsklinik fehlen hingegen solche proprietären Komponenten: Das integrierte medizinische Systeme basiert komplett auf Open-Source-Komponenten. Neben teuren Lizenzen würden proprietäre Systeme es unmöglich machen, den Austausch von Gesundheitsdatensätzen nachzuvollziehen. Sogar innerhalb des Krankenhauses sei es kompliziert, Röntgenaufnahmen, MRIs (Magnetic Resonance Imaging) und ECGs (Elektrokardiogramme) auszutauschen, schreibt OSOR und bezieht sich dabei auf Rados?aw Rzepka, den Projektleiter.
Der Ansatz setzt unter anderem auf Ubuntu, den Webserver Nginx, die Datenbank PostgreSQL die Suchmaschine Elasticsearch, als Programmiersprachen kommen Python und Ruby zum Einsatz, letzteres mit den Web Application Frameworks Rails, Sinatra und Flask. Als Middleware kommen Rabbit MQ, Resque sowie Celery zum Zuge. Nicht nur kann das Personal dank des Systems medizinische Daten inklusive Scans aus verschiedenen Quellen verwenden, das System unterstützt auch VPN-Zugriffe, bei Bedarf auch via Smartphone.
Nicht zuletzt ist ein E-Learning-System an Bord, um Studierende mit anonymisierten Daten zu realen Fällen zu versorgen, was in der Ausbildung noch eine Seltenheit sei. Eine handvoll Kliniken und ein großer Teil des Personals verwende das System bereits, es brauche jedoch noch Zeit, um die Mitarbeiter vom Effizienzgewinn zu überzeugen.




