Die Open Source Business Alliance (OSBA) versammelte beim gestrigen Open Source Day Mitglieder und Interessierte im Berliner Hackerspace C-Base.
Nach einem Treffen der Mitglieder folgte beim Open Source Day ein öffentlicher Teil. In dem stellten sich innovative Projekte vor, gefolgt von einer Diskussionsrunde, die Fluch und Segen von künstlicher Intelligenz diskutierte.
Die Vorträge kamen zunächst von Projekten, die sich für den Osbar bewerben. eDas ist ein von der OSBA vergebenen Preis für innovative Open-Source-Projekte. Wer sein Projekt für innovativ genug hält, darf sich noch bis zum 19. November bei der OSBA bewerben.
Zu den Bewerbern gehört mit dem Privacy Idea Authenticator ein Projekt, das den Google Authenticator verbessern will. Bei letzterem steckt das Secret nämlich kaum versteckt im dem vom abzusichernden Dienst generierten QR-Code. Der Privacy Idea Authenticator will das ändern und einen geheimen Schlüssel generieren, an dem der Dienst, aber auch das Smartphone beteiligt sind. Bekommt ein Angreifer den QR-Code in die Hände, könnte er damit ohne das Smartphone nichts anfangen.
Bewerber-Reigen
Vera PDF ist ein quelloffener und kompletter PDF/A-Validator. Das Dateiformat ist ISO-zertifiziert und dient der Langzeitarchivierung. Die Entwickler arbeiten sich mit dem Validator an den PDF/A-Normen ab.
Chancen rechnen sich auch das Hum Hub aus, eine lokale Facebook-Alternative aus München und Metasfresh, eine quelloffene ERP/CRM-Plattform, die auf React, REST und PostgreSQL setzt und unter den GPL-Versionen 2 und 3 steht. Das Open Integration Hub soll einen Datenaustausch zwischen Geschäftsanwendungen ermöglichen und bietet dafür ein entsprechendes Framework an. Qlustar wiederum ist ein quelloffenes Cluster OS mit einem in Qt geschriebenen GUI und Zero MQ als Nachrichtensystem.
KI-Diskussion
Es folgten drei Vorträge zum Thema künstliche Intelligenz (KI) und eine anschließende Diskussionsrunde mit Peter Ganten (Univention), René Peinl (Professor an der Hochschule für angewandte Wissenschaften in Hof), Peter Schaar (Datenschutzbeauftragter von 2003 bis 2013) und Eva Wolfangel (Journalistin).
Tenor war, dass man KI und Deep Learning nicht amerikanischen Unternehmen überlassen solle, die damit vor allem weitere Daten einsammeln und wenig transparent agieren. Eine europäische KI-Lösung unter Beachtung von Transparenz und Datenschutz sei möglich. Peter Schaar schlug konkret die Zwölf-Punkte-Richtlinie von The Public Voice als Diskussionsgrundlage für einen künftigen Umgang mit KI vor.
Wenn eine KI als Blackbox Entscheidungen auf unklarer Basis fälle, sei das ein Problem. Ein sinnvoller KI-Einsatz müsse den Menschen als Nutzer und seine Bedürfnisse in den Vordergrund stellen, war man sich am Ende einig.




