Open Nebula gilt als schlanke Alternative zu Open Stack. Auf der Open Nebula Conf, die zurzeit in Berlin stattfindet, trifft sich die internationale Community und berichtet unter anderem von ihren Erfahrungen mit der Cloud-Lösung.
Berlin sei ein guter Ort für Konferenzen, gibt Bernd Erk von Netways zu Protokoll. Das Unternehmen aus Nürnberg organisiert mit der Open Nebula Conf 2014 bereits die zweite Veranstaltung dieser Art, die noch bis zum 3. Dezember läuft. Das eigentliche Konferenzprogramm ist heute gestartet, gestern fanden Workshops statt.
Die Hauptentwickler und Initiatoren der Konferenz sitzen jedoch in Madrid. Sie haben Open Nebula aus dem akademischen Bereich in eine Firma überführt, die inzwischen Open Nebula Systems heißt und sich über den Support finanziert. Eine eigene Enterprise-Variante gibt es nicht. Rund 80 Leute versammelt die Open Nebula Conf nun zwei Tage lang in einem Berliner Hotel, um über künftige Features und funktionierende Ansätze zu diskutieren.
Was Open Nebula bereits kann, erklärte Cloud-Forscher Ignacio M. Llorente in seiner Eröffnungs-Keynote. Er betonte, die Software sei Vendor-neutral, vergleichsweise schnell und einfach aufzusetzen, ihre Entwicklung sei stark benutzerzentriert. Das unterscheidet Open Nebula recht deutlich vom aktuell omnipräsenten Open Stack, dessen Entwicklung vor allem große Unternehmen vorantreiben. Mit der Konferenz möchte Open Nebula auch ein wenig aus dem Schatten von Open Stack heraustreten.
Die Features der Plattform können sich durchaus sehen lassen: Open Nebula unterstützt in der aktuelle Version 4.10 neben AWS, auch Azure und Softlayer von IBM und kooperiert wahlweise mit Xen, KVM und VMWare, aber auch Chef und Puppet. Daneben bringt es Support für verschiedene Data Stores mit und lässt sich auf Regionen verteilen (Federation). Die nächste Version 4.12, die voraussichtlich nach Weihnachten erscheint, soll es zudem erlauben, VMs zwischen Data Stores zu verschieben.
Teilnehmer der Konferenz zeigten sich jedenfalls recht zufrieden mit der Cloud-Software. So erklärte Armin Deliomini von Runtastic, Hersteller einer mobilen Fitness-Tracking-Plattform, in einem Vortrag, dass sich Open Nebula durchaus als Ersatz für kommerzielle Systeme eigne. Ursprünglich hatte die Firma 75 Root-Server bei einem deutschen Webhoster im Einsatz. Man habe verschiedene Alternativen getestet, darunter Open Stack, und sei dann innerhalb von einer Woche auf Open Nebula gewechselt.
Mittlerweile betreibe Runtastic mehr als 250 virtuelle Server und prüfe einen Umstieg auf Ceph und den Einsatz von LXC neben KVM. Sein Fazit: Der Einstieg sei “schmerzlos”, Updates funktionieren und bislang gebe es keine ernsthaften Probleme. Als Zielgruppe der Software sahen vom Linux-Magazin befragte Besucher der Konferenz vor allem kleinere und mittelgroße Unternehmen, für die Open Stack zu komplex und VMware zu teuer und unflexibel sei.





