Open Infrastructure Summit: Mark Shuttleworth kritisiert Neuausrichtung

Wie beim Open Infrastructure Summit in Denver angekündigt sind erstmals zwei Projekte unter den Fittichen der Openstack Foundation der Pilotphase entwachsen und gelten als Top-Level Open Infrastructure Projekte: Kata Containers und Zuul. Canonical-Chef Mark Shuttleworth sieht diese Entwicklung kritisch und wittert einen Konkurrenzkampf zwischen Stiftungen um die Schirmherrschaft über Projekte.

Die Openstack Foundation (OSF) hat schon mit der Umbenennung des Openstack Summits in Open Infrastructure Summit ein Zeichen für die Ausweitung des Openstack zentrierten Fokus gesetzt. Bereits beim Summit in Berlin hatte die Führungsriege die Aufnahme von neuen Projekten verkündet, falls diese sich unter die Obhut der Openstack Foundation begeben wollen.

„Die Bestätigung unserer ersten beiden Pilotprojekte steht für einen wichtigen Meilenstein der Openstack Foundation auf dem Weg zu einer umfassenderen Mission , nämlich der Unterstützung der offenen Infrastruktur-Communities bei ihrer Zusammenarbeit und ihrem Erfolg“, sagte Alan Clark, Vorsitzender des OSF-Verwaltungsrats in Denver.

Mark Shuttleworth beim Summit in Denver. Quelle: Linux-Magazin

Canonical-CEO und Ubuntu-Gründer und -Mäzen Mark Shuttleworth sieht diese Entwicklung anders. In der Vergangenheit sei die Infrastruktur von proprietären angeboten bestimmt gewesen. Mit der Gründung der Openstack Foundation, an der er beeiligt gewesen sei, habe man das richtige gegen diese proprietäre Vorherrschaft getan und eine Revolution in Gang gesetzt. Nun sei es wichtig, nicht von diesem rechten Weg abzukommen, und dieser innovativen Mission treu zu bleiben, sagte Shuttleworth bei seiner Keynote beim Open Infrastructure Summit in Denver. Wollen wir rivalisierende Software-Anbieter mit sich duellierenden Software-Foundations ersetzen? fragte er provokant. Es gehe zudem bei diesem Duell der Stiftungen darum, sich die von Firmen finanzierten Brocken zu sichern, sagte Shuttleworth, ohne die vermeintlichen Kontrahenten konkret zu nennen. Dass es sich beim einen Duellant um die Openstack Foundation handelt, war unschwer zu erraten.

Und die Verantwortlichen der Openstack Foundation wiesen die Vorwürfe von Shuttleworth auch umgehend zurück. Es gäbe zwischen den Stiftungen keinen Konkurrenzkampf, sagte Mark Collier, Chief Operating Officer der Openstack Foundation im Pressegespräch. Und es gehe auch nicht darum, hunderte von Projekten zu akquirieren. Die beiden nun als Top-Level-Projekte aufgenommenen seien etwa für das Ökosystem von Openstack wichtig. Er könne Shuttleworth nur zustimmen, es gehe um Innovation um die bestmögliche Infrastruktur auf die Beine zu stellen. Die Openstack Foundation biete mit ihrer Expertise gute Voraussetzungen um Projekte auf diesem Weg zu unterstützen, ergänzte Jonathan Bryce, Geschäftsführer der Foundation. Man verfüge dafür etwa über ausgereifte Tools und Workflows für das Testing und könne auch die Hosting-Fragen klären.

Im Gespräch mit dem Linux-Magazin ergänzte Shuttlewrth, dass er die Führungsriege der Stiftung nicht persönlich angreifen wolle, er schätze deren bisher auch sehr fruchtbare Arbeit. Von seiner Kritik wich er aber nicht ab.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben