Dario Amodei, KI-Pionier und Mitgründer von Anthropic, relativiert in einem Blogbeitrag die viel beachteten Erfolge des chinesischen Konkurrenten DeepSeek.
Zunächst bestreitet er, dass DeepSeek etwas für 6 Millionen tue, wofür US-Konzerne Milliarden ausgeben. Das Training des mittelgroßen Modells Claude 3.5 Sonett habe vor 9 bis 12 Monaten auch nur “einige zehn Millionen Dollar” gekostet (genauer wolle er es nicht sagen). Dabei sei es DeepSeek in etlichen Belangen noch überlegen. Deshalb fände er die Aussage fairer: “DeepSeek hat ein Modell hergestellt, das der Leistung von 7 bis 10 Monate älteren US-Modellen nahe kommt, und das zu deutlich geringeren Kosten (aber längst nicht in den teilweise publizierten Größenordnungen)”.
Dann verweist er darauf, dass die Kosten – wie die Geschichte zeige – ohnehin um etwa das Vierfache pro Jahr sinken würden. Wegen dieses lange beobachteten Trends hätte man jetzt ohnehin mit einem Modell gerechnet, das 3,5mal bis 4mal billiger sei als Sonnet/GPT-4o sei. Wenn man davon ausgehe, dass DeepSeeks Modell leistungsmäßig um den Faktor 2 hinter den US-Modellen liege, dann läge es genau im Trend, wenn es dafür 8mal billiger wäre. Es sei also kein einmaliger Durchbruch oder etwas, was die Ökonomie von LLMs grundlegend ändere, sondern es markiere einen erwarteten Punkt auf der Kurve der Kostenreduktion. Neu sei lediglich, dass der Erfolg diesmal aus China komme.
Drittens hätten sowohl DeepSeek als auch die US-Firmen viel mehr Geld und Chips, als zum Training ihrer Spitzenmodelle nötig seien. Die zusätzlichen Chips würden in der Forschung verwendet oder zum Training größerer Modelle, die noch nicht ausentwickelt sind. Es wird gesagt – ist aber nicht überprüfbar -, dass DeepSeek über 50 000 Chips der Hopper-Klasse verfüge: Wenn das stimmt, dann hätten diese Chips alleine rund 1 Milliarde Dollar gekostet.
Im übrigen befürwortet Amodei harte Exportbeschränkunen, die verhindern sollen, dass China Millionen von Chips erlange. DeepSeek sei auch nicht der Beweis dafür, dass diese Kontrollen nicht funktionierten. Ein paar Zehntausend Chips würden immer nach China gelangen können, aber nicht Millionen. Die chinesischen Techniker “seien einer autoritären Regierung verpflichtet, die Menschenrechtsverletzungen begangen hat, die sich auf der Weltbühne aggressiv verhalten hat und die in ihren Handlungen weitaus ungehinderter sein wird, wenn sie in der Lage ist, es den USA in Sachen KI gleichzutun. Exportkontrollen sind eines unserer wirksamsten Instrumente, um dies zu verhindern.”






Übliches amerikanisches Geschwurbel. Wir sind Top, die anderen höchstens Mittelmaß. Eine ungalubliche Überheblichkeit. Was die begründung von Exportrestriktionen angeht, dann trifft der Satz “einer autoritären Regierung verpflichtet, die Menschenrechtsverletzungen begangen hat, die sich auf der Weltbühne aggressiv verhalten hat” ganz genau auf die USA zu. ASML sollte dringend den Export an US Unternehmen einstellen.