Onionshare erreicht Version 2.0. Das Open-Source-Tool erlaubt es, sicher und anonym Dateien über Onion-Dienste im Tor-Netzwerk zu schicken.
Entwickler Micah Lee stellt die Software im Blog des Tor-Projekts vor. Mit der Software startet der Nutzer auf seinem Rechner einen Server, der eine komplizierte Onion-Adresse erzeugt. Über den Tor-Browser dürfen Dritte dann auf diese Adresse zugreifen. Sie laden dann Dateien hoch oder runter.
Lee bewirbt seine Software damit, dass sie unabhängig von kommerziellen Anbietern funktioniere. Da der lokale Computer die Dateien hostet, hängt die Geschwindigkeit beim Up- und Download vom lokalen Netzwerk ab. Klappt der User den Rechner zu oder stoppt er das Teilen, beendet er auch den Dateiaustausch. Der stoppt allerdings auch automatisch, sobald jemand die Datei heruntergeladen hat. Will der Anbieter seine Datei mit einer Gruppe teilen, muss er dafür ein Häkchen entfernen.
Der Datenaustausch setzt allerdings voraus, dass das Gegenüber die Zugriffsadresse über einen sicheren Übertragungsweg erhält. Fällt die URL Dritten in die Hände, können diese ebenfalls problemlos über die Onion-Adresse auf die geteilten Dokumente zugreifen und Dateien herunterladen oder hochladen.
Ende-zu-Ende-verschlüsselt
Dateien, die der Nutzer teilen möchte, lässt er per Drag & Drop in ein Fenster fallen. Onionshare erzeugt dann eine recht lange und zufällige v3-Onion-Adresse, die der Nutzer mit dem Gegenüber teilt. Eine Option erlaubt auch den Einsatz der älteren, kürzeren v2-Adressen. Firewalls und NAT spielen in diesem Fall keine Rolle, weil sich der Dienst mit dem Tor-Netzwerk verbindet. Dass die Onion-Adressen HTTP verwenden, sei ebenfalls in Ordnung, da die Tor-Dienste Ende-zu-Ende-verschlüsselt funktionieren.
Weitere Details zu Onionshare 2 liefert der Blogpost von Lee. Zu finden ist die Software auf Onionshare.org, der Quellcode ist offen und wartet auf Github. Dort gibt es auch eine Anleitung, die erklärt, wie Linux-Nutzer die Software aus dem Quellcode übersetzen.



