Noyb: Nutzer wollen Meta keine Daten für KI-Training abgeben

Meta hat damit begonnen, persönliche Daten von Europäern für das KI-Training zu verwenden. Eine Umfrage von Noyb hat ergeben, dass die Nutzer damit nicht einverstanden sind.

Quelle: Noyb

Meta hat laut der österreichischen Datenschutzorganisation Noyb kürzlich damit begonnen, die persönlichen Daten von Europäern für das KI-Training zu verwenden. Eine Umfrage von Noyb hat ergeben, dass die Nutzer damit nicht einverstanden sind.

Entgegen seiner DSGVO-Verpflichtungen habe Meta vorher keine Einwilligung für die Verwendung der Daten eingeholt. Stattdessen berufe sich das Unternehmen auf ein „berechtigtes Interesse“, dass über dem Grundrecht auf Datenschutz stehe. Ein zentrales Argument für so ein „berechtigtes Interesse“ seien die vernünftigen Erwartungen der Betroffenen. Dies wirft für Noyb die Frage auf: Wollen die Menschen das überhaupt? Um dies herauszufinden, hat Noyb das Gallup-Institut mit einer Umfrage unter 1000 Meta-Nutzern in Deutschland beauftragt. Das Ergebnis: Fast 75 Prozent der Menschen haben von Metas Plänen gehört. Aber nur 7 Prozent wollen, dass ihre Daten für das KI-Training verwendet werden. Das bedeutet auch, dass mindestens 68 Millionen Menschen nie von der Änderung erfahren haben.

Obwohl fast zwei Drittel (73 Prozent) der Befragten angaben, von Metas Ankündigung gehört zu haben, ist dies nicht den Bemühungen des Unternehmens selbst zu verdanken. Nur 40 Prozent der Instagram-Nutzer erinnern sich an die In-App-Benachrichtigung, die in einem Benachrichtigungsmenü versteckt war. Ebenso erinnern sich nur 39 Prozent der Facebook-User an die entsprechende E-Mail. Mit zunehmendem Alter steigt das Bewusstsein außerdem drastisch an. Nur 21 Prozent der Befragten zwischen 16 und 30 Jahren erinnert sich an eine Benachrichtigung.

Interessanterweise gibt es auch geschlechtsspezifische Unterschiede in der Bereitschaft, Meta die eigenen Daten für das KI-Training bereitzustellen. 10 Prozent der Männer gaben an, dass sie wollen, dass Meta ihre persönlichen Daten in seine KI-Systeme einspeist. Unterdessen befürworteten dies nur 4 Prozent der Frauen.

Max Schrems, Vorsitzender von Noyb: „Meta ist sich vermutlich bewusst, dass niemand seine Social-Media-Daten hergeben will, damit es einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen KI-Firmen erhält. Anstatt um eine Einwilligung zu bitten und ein „Nein“ als Antwort zu erhalten, hat das Unternehmen einfach entschieden, dass seine wirtschaftlichen Interessen über dem Recht auf Datenschutz von mindestens 274 Millionen EU-Nutzer:innen steht.“

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