Nextcloud bringt einfaches Signup und kommt auf Nec-Router

Interessierte Privatnutzer können sich in Kooperation mit verschiedenen Hostern künftig leichter für Nextcloud anmelden. Zudem will der japanische Hersteller Nec seine Router künftig mit der quelloffenen Cloudlösung ausstatten.

Bislang konnten Nutzer der freien Kollaborationsplattform Nextcloud die Server-Software selbst hosten oder den Support über einen Hoster als Drittanbieter buchen. Einen eigenen Hosting-Betrieb lehnen die Entwickler seit Jahren prinzipiell ab. Für viele Nutzer macht das den Einsatz von oder Wechsel zu Nextcloud deutlich komplizierter als er bei proprietären Alternativen wie Dropbox und Google Drive ist. Um das zu ändern, bietet Nextcloud künftig einen spürbar einfacheren Anmeldeprozess an.

Anmelden einfacher

Dazu reicht es, wen der Nutzer in der Mobil-App seine E-Mail-Adresse und ein Passwort angibt. Die Software sucht dann für den Nutzer automatisch den nächstgelegenen Hoster. Das Angebot ist zunächst kostenlos, die Anmeldung klappt auch über die Nextcloud-Webseite oder künftig über den Desktop-Client.

Eine Nextcloud-Anmeldung klappt auch über die Webseite.

Die neue Funktion stellte der Nextcloud-Marketing-Manager Jos Poortvliet in einer Keynote auf der Nextcloud-Konferenz vor, die noch bis zum 30. August in Berlin stattfindet. Laut Poortvliet sei das Anmelden zu Nextcloud nun genauso einfach sei wie bei der proprietären Konkurrenz.

Ein weiteres Beispiel für eine gesenkte Hürde beim Anmelden gab Nextcloud-Projektgründer und Technikchef Frank Karlitschek. Haben neue Nutzer bislang die Nextcloud-App aus Neugier heruntergeladen, fragte diese gleich beim Login nach einer Server-Instanz. Nicht-Techniker hätten an diesem Punkt schnell aufgegeben. Der einfachere, Simple Signup getaufte, Anmeldeprozess soll diese Barriere nun aus dem Weg räumen und die Nutzerzahl deutlich vergrößern.

Nextcloud zu Hause

Simple Signup bringt womöglich mehr Nutzern eine eigene Nextcloud-Instanz, diese müssen aber weiterhin ihrem Hoster vertrauen. Zwar hat Nextcloud die Hoster nach eigenen Angaben gewissenhaft ausgewählt, Ziel und Prinzip sollte aber sein, dass Nutzer die vollständige Hoheit über ihre eigenen Daten erhalten. Das klappt eigentlich nur, indem sie ihre Daten selbst hosten.

Dass sich plötzlich Millionen Nutzer von Diensten wie Dropbox verabschieden und ihre eigenen Nextcloud-Server aufsetzen, gilt als extrem unrealistisch. Vor rund zwei Jahren experimentierte das Team deshalb mit der Nextcloud-Box, einer Art Heim-Appliance aus Raspberry Pi, Festplatte und Nextcloud. Die hatte in einem Praxistest aber noch mit einigen Problemen zu kämpfen und wurde von Nextcloud nur als Machbarkeitsstudie konzipiert. Hardware-Hersteller will das Team nicht sein, sucht aber weiter nach Kooperationspartnern für derartige Lösungen.

Mit Nec Platforms hat Nextcloud nun einen entsprechend großen Partner gefunden. Das Unternehmen ist einer der größten Anbieter für Heim-Router in Japan und will seine kommenden Hardware-Generationen standardmäßig mit der Software ausliefern. Damit haben potenziell mehrere Millionen Kunden künftig einfachen Zugriff auf eine Heim-Hosting-Lösung von Nextcloud. In einem Land wie Japan, in dem vor allem in urbanisierten Gebieten Gigabit-Anschlüsse Standard sind, werden sich wohl schnell viele Nutzer finden, die Nextcloud sehr aktiv nutzen, hofft das Entwicklerteam. Nec kooperiert für das Angebot mit dem japanischen Software-Anbieter Waffle Computer.

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