Nextcloud 16 bringt Machine Learning, ACLs, Talk-Kommandos

Heute läuft Nextcloud 16 vom Stapel. Die neue Version verbessert die Security und das Teilen mit Hilfe von Machine Learning, führt ACLs ein, um alte Fileserver zu ersetzen und führt Projects ein.

Mit Machine Learning will Nextcloud 16 laut Ankündigung nicht nur bösartige Logins entdecken, sondern auch Teilungsempfehlungen aussprechen. Die gelten für Gruppen und Menschen, mit denen Nutzer häufiger Inhalte teilen. Auch eine neue Empfehlungs-App ist an Bord. Sie weist den Nutzer auf Dateien und Ordner hin, die er womöglich interessant findet. Diese Empfehlungen basieren auf seinen aktuellen Aktivitäten.

Die neuen Login-Warnungen erscheinen auch in den Apps für Mobilgeräte.

Der Login-Schutz funktioniert so, dass die Suspicious Login Detection App standardmäßig 60 Tage lang erfolgreiche Loginversuche trackt und so ein Modell trainiert. Basierend auf diesen Erfahrungen schreibt das trainierte Modell später Einträge von verdächtigen Anmeldeversuchen in ein Log und informiert den betroffenen Benutzer und den Sysadmin. Getestet wurde die App kontinuierlich auf drei Instanzen. Sie funktioniert um so genauer, je häufiger sich der Nutzer vom selben Ort aus anmeldet. Aufschlussreiche Hintergründe zur neuen App liefert ein Blogpost des Entwicklers.

ACLs

Neue Wege, auch in Firmen Dateien zu teilen, liefern Access Control Lists. Sie erlauben es dem Admin in klassischen Netzwerken, über eine feingranulare Rechtevergabe für Dateien, Ordner und Unterordner die Kontrolle über die Zugriffsrechte auf die einzelnen Dateien und Verzeichnisse zu behalten.

Nextcloud 16 führt Access Control Lists für Gruppen ein.

Nextcloud 16 führt diese Möglichkeit für Gruppenordner ein: Der Admin kann mit ACLs allen Dateien und Ordnern darin spezifische Zugriffsrechte verleihen. Zu den veränderbaren Rechten gehören Lesen, Schreiben, Erzeugen, Löschen und Teilen. Wie Admins das neue Feature im Detail verwenden, lässt sich hier nachlesen, sobald das Projekt den Link freischaltet.

Projekte tracken

Wer viele Dateien in seine Nextcloud schiebt, stellt mitunter fest, dass die Dateien zwar an unterschiedlichen Orten im Filesystem liegen, aber eigentlich zum selben Projekt gehören. Mit Projects lässt sich nun einfacher feststellen, welche Dateien, aber auch Chats, zu einem spezifischen Kunden gehören. Dazu legt der Anwender ein Projekt an und ordnet dann die verschiedenen Dateien und Ordner bei Bedarf diesem Projekt zu. Das gelingt über den Bereich auf der rechten Seite der Benutzeroberfläche, in dem sich auch die Share-Optionen finden. Mehr dazu verrät dieser Blogpost.

Redebedarf

Nicht zuletzt steckt in Nextcloud auch ein eigenes Chatprogramm. Nextcloud Talk 6.0 bringt einige Verbesserungen mit. So kann der Admin Useraktionen festlegen, über die Benutzer zum Beispiel Wikipedia- oder Hackernews-Artikel in den Chat integrieren, indem sie dem Suchbegriff einfach ein “/wiki” oder “/hackernews” voranstellen. Noch sind diese Aktionen für normale User etwas umständlich zu aktivieren. Admins dürften mit den dafür nötigen PHP-Befehlen aber keine größeren Probleme haben.

Für den integrierten Chat Talk 6.0 lassen sich Aktionen festlegen.

Privatsphärenzentrum: Zugegeben ein doofes Wort, wenn man es ins Deutsche übersetzt. Im neu eingeführten Privacy Center lässt sich nachschauen, wo die Daten der Nutzer liegen, wer Zugriff darauf hat und welche Daten die Anwender aktuell teilen. Herunterladen lässt sich Nextcloud 16 für Server, Desktop und Mobilgeräte über den Installations-Bereich auf der Webseite.

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben