Neue Studie: Autorschaft im Kernel

Der Code-Autorschaft im Kernel widmet sich eine Studie, die kürzlich erschienen ist. Sie betrachtet die Autorenentwicklung in einer historischen Perspektive und kommt zu verschiedenen Erkenntnissen.

Die Studie von Guilherme Avelino, Leonardo Passos, Andre Hora und Marco Tulio Valente wertet die Autorschaft für den Kernelcode über einen längeren Zeitraum aus. Sie für die 13. International Conference on Open Source Systems (OSS) eingereicht, akzeptiert und soll dort vorgestellt werden. Der untersuchte Zeitraum beginnt bei Kernel 2.6.12, der im Juni 2005 erschien und endet bei Kernel 4.7 vom Juli 2016. Es geht also um 11 Jahre.

Zu den Ergebnissen gehört unter anderem, dass überhaupt nur 26 Prozent der Kernelentwickler signifikante Beiträge zum Kernel liefern. Und während eine kleine Drei-Prozent-Gruppe von Topentwicklern für hunderte von Dateien verantwortlich zeichnet, tragen die meisten Entwickler (75 Prozent) höchstens bis zu 11 Dateien bei.

Wenig überraschend sitzt Linus Torvalds als “gutwilliger Diktator” an der Spitze der Entwickler, hat aber in den untersuchten 11 Jahren auch Verantwortung abgegeben. Der Anteil der von ihm als Autor unterzeichneten Dateien pro Release sank in diesem Zeitraum von 45 auf 10 Prozent. Auch interessant: Experten übernehmen im Kernel die Aufgaben und helfen auch weniger erfahrenen Entwicklern. Aber zwischen den Experten gibt es deutlich weniger Kooperationen.

Wer sich die komplette Studie anschauen möchte, findet sie auf Arxiv.org, eine Auswertung gibt es auf Medium.com.

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