Version 1.12 des Network Manager punktet mit einer Reihe neuer oder verbesserter Funktionen. Dazu gehören eine Checkpoint-Restore-Funktionalität, Wake on Lan und Support für den Internet Wireless Daemon.
Die Neuerungen stellt Entwickler Lubomir Rintel in seinem Blog vor und schreibt zunächst über den weniger bekannten aber ziemlich hilfreich klingenden Checkpoint-Restore-Mechanismus. Der erlaubt es, bei absehbaren Problemen mit dem Network Manager die Zeit zurück zu drehen und eine vorherige Konfiguration wieder ans Steuer zu lassen.
Befürchtet der Anwender Probleme mit einer neuen Konfiguration, setzt er einen Checkpoint der funktionierenden Version zusammen mit einem Timer. Führt er dann Änderungen durch, die das WLAN lahmlegen, muss ihn das nicht kümmern: Nach Ablauf einer Frist stellt der Network Manager den vorherigen Zustand wieder her. Funktionieren die Änderungen hingegen, bestätigt er den Erfolg und schaltet so den Timer ab.
Nützlich ist das vor allem, wenn der Anwender einen entfernten Desktop am anderen Ende der Welt oder auch nur ein paar Kilometer entfernt verwaltet. Seit Network Manager 1.12 unterstützt diese Funktion neben dem D-Bus-API auch ein Libnm API. Zuvor konnten sie nur Anwendungen verwenden, die das D-Bus API direkt supporten.
FILS
Fast Initial Link Setup (kurz FILS oder IEEE 802.11ai) reduziert die Zeit, die ein WLAN-Client braucht, um sich mit einem Access Point zu verbinden. Dieses Prozess dauert in der Regel locker ein paar Sekunden, was vor allem für mobile Nutzer ein Problem ist, die sich von Access Point zu Access Point hangeln, etwa in einem firmenweiten WLAN mit vielen Repeatern. Auch IoT-Setups profitieren davon.
Dieses langsame Anmelden lässt sich nun in Hardware-Aufbauten vermeiden, die den Standard IEEE 802.11ai unterstützen. Die eingesetzten Geräte müssen zudem einen Kernel 4.9 verwenden und “wpa_supplicant” ab Version 2.6. Rintel geht davon aus, dass mehr Geräte in naher Zukunft FILS unterstützen. Mit einem Network Manager ab 1.12 wäre das dann auch für die User kein Problem.
WoWLAN und IWD
Auch zwei weitere kryptische Abkürzungen lässt Rintel auf seine Leser los. Wake on Lan (kurz WoWLAN) erlaubt es, Geräte die das unterstützen mit einem speziellen Network-Paket aufzuwecken. Voraussetzung ist, dass die WLAN-Hardware das Aufwecken erlaubt. Der Code steckte ursprünglich nur in Ubuntu, doch Entwickler der Distribution haben ihn nun für eine breitere Nutzerbasis aufbereitet.
IWD ist eine Abkürzung für den vor einiger Zeit angekündigten Internet Wireless Daemon, den nun auch der Network Manager unterstützt. Da IWD gegenüber “wpa_supplicant” noch einige Features fehlen, bleibt letzterer erstmal weiter der Standard für den Network Manager. Für viele Nutzer dürfte IWD aber bereits ausreichen, die ermuntert Rintel, den neuen Daemon doch mal zu probieren.
Farbenfroher und schlanker
Zu den weiteren, eher kleineren, Neuerungen gehört, dass das Kommandozeilentool des Network Manager sich nun farblich neu konfigurieren lässt, weil die Farbpalette flexibel funktioniert. Dokumentiert ist das Ganze in “terminal-colors.d(5)”. Daneben freuen sich die Entwickler, einige Altlasten über Bord werfen zu können. Dazu gehören diesmal das Ifnet-Settings-Plugin und die “libnm-glib”. Da Debian und Fedora auf deren Einsatz zugunsten der Libnm verzichten, deaktivieren die Network-Manager-Macher die veraltete Bibliothek nun ebenfalls. Auch auf Libnl, die Netlink Protocol Library, verzichtet der neue Network Manager und reduziert so die Abhängigkeiten weiter.
Weitere Details zu den Neuerungen liefert ein News File. Wer die neue Version herunterladen möchte, stößt auf der Webseite auf den Quellcode.





