Mozilla entlässt rund 70 Mitarbeiter

Die Mozilla Corporation hat laut Techcrunch 70 Mitarbeiter entlassen. Der Grund liege darin, dass die neuen Geschäftsmodelle nur langsam Früchte tragen.

Insgesamt beschäftigt die Mozilla Corporation rund 1000 Mitarbeiter, 70 von ihnen müssen nun gehen. Den Schritt kündigte laut Techcrunch Mozillas CEO Mitchell Baker in einem internen Memo an. “Ihr wisst vermutlich, dass wir für 2019 und 2020 Einnahmen von neuen Abonnement-Produkten erwartet haben und auch höhere Einkünfte aus Quellen jenseits der Suche. Das ist nicht passiert.” schreibt Baker in dem Memo.

Einkünfte überschätzt

Man habe allerdings unterschätzt, wie lange es dauert, neue Produkte zu entwickeln und auszuliefern, die Einnahmen generieren. Das und die Erfahrungen von 2019 hätten nun dazu geführt, für 2020 eine konservativere Einschätzung der Einkünfte abzugeben. Zugleich wolle Mozilla prinzipiell auf absehbare Zeit nicht mehr ausgeben, als man verdiene. Die entlassenen Mitarbeiter würden großzügige Abfindungen erhalten.

In einem Online-Statement stellt Baker die Entlassungen als Teil eines Kampf um die Zukunftsfähigkeit von Mozilla (und dem künftigen Internet) dar. Einerseits wolle man weiterhin mit der eigenen Arbeit überzeugen, andererseits Einfluss auf die Bereiche nehmen, die das Internet und das Leben mit dem Internet prägen. Das sei auch der Grund, warum Mozilla den Innovations-Fond nicht antaste: Mit den darin enthaltenen 43 Millionen US-Dollar will Mozilla weiterhin neue Produkte entwickeln.

Neue Strategie

Die Einnahmelücke ist auch Folge sinkender Einkünfte durch Suchmaschinenanbieter wie Google und Bing. Diese überweisen seit Jahren Millionenbeträge, damit Firefox sie als Standardsuchmaschinen einsetzt. Weil der Marktanteil des Browsers sinkt, generieren auch die Deals mit den Suchmaschinenbetreibern weniger Einnahmen, machen aber dennoch nach wie vor den größten Teil von Mozillas Finanzierung aus.

Zugleich geht die neue Strategie von Mozilla dahin, die Privatsphäre und den Schutz der Nutzer stärker in den Vordergrund zu stellen, gegen Tracking, Fingerprinting und nervige Werbe-Pop-ups vorzugehen. Zur Gegenfinanzierung bietet Mozilla unter anderem ein eigenes VPN an und denkt offenbar über bezahlten Support nach. Das hat die Einkünfte bislang aber offenbar nicht nicht beflügelt. Auch die Integration neuer Dienste wie Pocket, Lockwise und Monitor machen sich bisher scheinbar nicht bezahlt.

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