Auf der Open Source Conference (Oscon) hat Microsoft seine Sponsorentätigkeit für die Apache Foundation offiziell gemacht.
Vorrangiges Ziel der Partnerschaft sei die Unterstützung von OOXML durch Apache POI, sagte Microsofts deutscher Plattformstrategie-Chef Andreas Hartl zu Linux-Magazin Online.
Auf der Oscon hat Microsoft die finanzielle Unterstützung bekannt gegeben und Apache hat sie bestätigt. Über die Höhe der Förderung ist nichts bekannt. Sam Ramji, der Open-Source-Chef im Microsoft-Konzern, schreibt in seinem Blogeintrag, dass die Apache-Foundation mit Microsofts Geld etwa Administratoren oder anderes Personal bezahlen könne. Laut Andreas Hartl, seit 2006 Chef für Plattform-Strategie bei Microsoft Deutschland, mache Microsoft der Stiftung jedoch keine Vorgaben, wie diese das Geld ausgibt: “Wir erwarten, dass unser Sponsoring der Apache Software Foundation Innovationen in der gesamten Apache Entwickler-Community fördert”, so Hartl zu Linux-Magazin Online. Microsoft sei laut Hartl vor allem an einer neuen Version von Apache POI interessiert sei. In der neuen Version soll die Programmierschnittstelle das neue Dokumentformat OOXML unterstützen, das Microsoft in der Office-Suite 2007 verwendet.
Die Sponsorenschaft soll nach Hartl auch dazu beitragen, dass der Software-Riese von der Open-Source-Community als zusammenarbeitstauglich wahrgenommen wird (Schlagwort: Interoperabilität). Hartl machte im gleichen Atemzug klar, dass Microsoft “zwar die Apache Software Foundation unterstützt, jedoch nicht den Apache Webserver”. Demnach ist Microsoft unverändert daran gelegen, dass der eigene Server sich verbreitet, was auch die Bereitschaft zur Freigabe von darin enthaltenen Protokollen erklärt (Open Specification Promise).
Das Apache-Projekt POI entwickelt ein Java-API, mit dem Anwendungen auf Dokumentenformate der Microsoft-Office-Suite zugreifen können. Der Gründer des POI-Projekts, Andrew Oliver, nimmt in einem eigenen Blogeintrag zu der Zusammenarbeit mit Microsoft Stellung: Er hatte seine Software an die Apache-Foundation gegeben, weil er sich vor Microsoft gefürchtet hatte. Nun sehe er staunend und freudig, dass Microsoft eine Schlüsselrolle in seinem Projekt zukomme, schreibt er. Die Abkürzung POI ist heute ein Eigenname und stand ursprünglich anscheinend augenzwinkernd für “poor obfuscation implementation”, was sinngemäß soviel heißt wie “miese Implementation unklarer Sachverhalte”.
Neu ist die Zusammenarbeit zwischen Microsoft und Apache nicht, wie dieser Bericht eines Open-Source-Mitarbeiters von Microsoft zeigt. Die Zusammenarbeit speziell für Apache POI hatte Microsoft schon im März angekündigt.



