Das Matrix-Projekt hat nun die erste stabile Version 1.0 des Matrix-Protokolls und auch Version 1.0 der Referenzimplementierung Synapse veröffentlicht.
Seit fünf Jahren arbeiten die Entwickler an Matrix, nun erklären sie in einem Blogpost Protokoll und Spezifikation für alle APIs als ausgereift. Der Referenzserver Synapse 1.0 implementiert das vollständige Matrix-1.0-API.
Stabiler Kern
Das Kernprotokoll von Matrix lasse sich nun als stabile Plattform heranziehen, es seien aber noch nicht alle möglichen Features spezifiziert und eingebaut. Bei Synapse habe der Fokus des Projekts vor allem darauf gelegen, Version 1.0 möglichst stabil und sicher zu implementieren. Die Performance sei nach wie vor suboptimal, einige erwünschte Features fehlen noch.
Das ist bei Referenzimplementierungen allerdings keine Seltenheit. Das Gegenteil von Synapse 1.0 sei laut dem Projekt Riot 1.0, das im Februar erschienen ist. Die Version biete ein deutlich verbessertes Benutzererlebnis und radikale Performance-Optimierungen. Insofern fallen auch die Highlights für die Version 1.0 von Matrix eher unspektakulär aus.
TLS forciert
Etwa zeitgleich zur Ankündigung stellte das Matrix-Projekt den eigenen Homeserver auf Synapse 1.0 um, das TLS-Zertifikate obligatorisch macht. Die Umstellung auf X.509-Zertifikate ist disruptiv, wurde von den Matrix-Betreibern aber bereits länger angekündigt. Bislang soll es keine größeren Probleme geben. Serverbetreiber, die keine gültigen TLS-Zertifikate einsetzen können, weichen am besten auf “.well-known”-URIs aus.
Zugleich wechselt das Projekt standardmäßig auf die Room-Version 4.0, um neue Räume anzulegen. Das behebt ein paar der historisch gewachsene Probleme, etwa, den Hotel-California-Bug. Zugleich kündigen die Matrix-Macher Features an, die bislang noch im Entwicklungsstadium sind: Veränderbare Nachrichten, Reaktionen, Threading, ein Device-Signing-Key für alle Devices eines Nutzers.
Foundation ist online
Zeitgleich mit Version 1.0 nimmt auch die Matrix.org Foundation ihre Arbeit auf. Die Entwickler haben die Vermögenswerte von New Vector dorthin verlagert. New Vector wurde als Startup gegründet, um die Core-Entwickler für Matrix.org zu finanzieren.
Innerhalb der Foundation sorgen die so genannten Guardians of the Matrix.org Foundation dafür, dass das Projekt weiterhin seine ursprüngliche Mission verfolgt. Mehrheitlich agieren sie außerhalb des Matrix-Ökosystems und sind nicht einmal unbedingt Mitglieder der Matrix-Community. Neben den beiden Gründern Matthew Hodgson und Amandine Le Pape gehören Jon Crowcroft, Ross Schulman und Jutta Steiner dazu.




