Ein jetzt erschienenes “Tokenminning Manifesto” wendet sich direkt gegen die auch als Tokenmaxxing bekannte Praxis, derzufolge diejenigen als beste Mitarbeiter gelten und belohnt werden, die am meisten KI nutzen.
Entsprechende Bestenlisten wurden etwa bei Amazon und Meta wieder abgeschafft, Meta kündigte zudem an, in Kürze Limits für die KI-Nutzung einzuführen – wegen der “exponenziell steigenden Kosten”. Im Mai gab Uber bekannt, dass es seine für das Jahr veranschlagten Ausgaben für künstliche Intelligenz bereits nach vier Monaten überschritten habe, und hat daraufhin monatliche Obergrenzen für KI-Entwicklungstools festgelegt. Auch Walmart will die Nutzung begrenzen.
“Geschäftsführer, die nicht wussten, wie sie die KI-Kompetenz ihrer Mitarbeiter messen sollten, dachten: ‘Na ja, wer verbraucht denn die meisten Tokens?'”, sagte Rob May, CEO von Neurometric und Autor des Manifests. Er fügt hinzu, dass diese Herangehensweise letztendlich dazu führte, dass Quantität gegenüber Effizienz bevorzugt wurde.
Das Manifest postuliert: “Die Unternehmen, die in der nächsten Phase der KI-Einführung überleben und florieren werden, sind nicht diejenigen, die ihre Probleme mit den meisten Tokens angegangen sind. Es werden diejenigen sein, die gelernt haben, Tokens zielgerichtet einzusetzen – um Daten zu komprimieren, ohne an Signalqualität einzubüßen, um Daten präzise weiterzuleiten und um Systeme zu entwickeln, die ihre Ziele mit einem minimalen Inferenz-Footprint erreichen.” Das sei die Kernidee von Tokenminning. Dahinter stehe kein Kompromiss, aufgezwungen vom durch die Forderungen aufgeschreckten Rechnungswesen. Das sei technische Exzellenz, angewendet auf die Inferenz.
Das Gegenteil, Tokenmaxxing, lasse dagegen nicht nur die finanziellen Belastungen stark steigen, sondern erhöhe auch die Latenz der Antworten, mindere den Durchsatz, gehe zu Lasten des Energieverbrauchs und damit auch des Klimas.






