Linux Foundation nimmt Linux Vendor Firmware Service (LVFS) als neues Projekt auf. LVFS sammelt Firmware-Updates von Hardware-Anbietern und verteilt sie.
Für Clients wie Fwupdmgr, Gnome Software und KDE Discover bietet LVFS, das auf Python und Flask basiert, die nötigen Metadaten zur Firmware an. In einem Interview mit der Linux Foundation erklärt Red Hats Richard Hughes, woher LVFS stammt. Die Idee für die Software entstand bei seiner privaten Arbeit an einer offenen Hardware. Ein Gerät namens Colorhug erkennt Bildschirmfarben.
Um die Firmware für Colorhug zu aktualisieren, entwickelte Hughes ein Kommandozeilen- und ein GUI-Tool. Diese holten die Informationen zu den Firmware-Versionen im XML-Format von der Webseite des Entwicklers. Diesem ging schnell auf, dass diese Lösung nicht für alle Open-Hardware-Geräte skaliert.
Windows 10 als Vorreiter
Microsoft hatte derweilen die UEFI Update Capsule als Voraussetzung für den Windows-10-Sticker eingeführt. Das standardisierte Format, ein ausführbares Binärformat, ließ sich von jedem Betriebssystem nutzen. Peter Jones von Red Hat passte es an Linux an. Was fehlte war ein generisches XML-Format für die Metadaten. Indem sie das von Microsoft vorgeschlagene Cabinet Archive verwendeten, konnten die Hersteller nun ausführbare Dateien mit ihrer Firmware erzeugen, die auf Linux und Windows gleichermaßen liefen.
Dell arbeitet sowohl an LVFS und am Fwupd-Projekt stark mit, LVFS unterstützt mittlerweile 72 Geräte von 30 Anbietern und lieferte 5 Millionen Firmware-Updates an Linux-Clients aus. Beide Projekte befinden sich noch in Entwicklung. Fwupd unterstützt mit jedem Release mehr Hardware, LVFS erhält neue Features wie 2FA, O-Auth und Tools, die Metadaten von den Anbietern holen und in die ODM-Pipeline integrieren.
Ziele für LVFS
Langfristig soll LVFS zu einem kritischen Bestandteil der Linux-Infrastruktur werden und möglichst viel aktualisierbare Consumer-Hardware abdecken. Das Ziel, 95 Prozent der aktualisierbaren Hardware zu unterstützen, sei nun auch deshalb in Reichweite, weil das Projekt inzwischen HP an Bord habe. Allerdings weist Hughes auch darauf hin, dass viele Anbieter nur “neue Hardware” unterstützen, die also nicht älter als fünf Jahre sei. Einige lassen sich zudem für Firmware-Updates auch bezahlen. Auf der Haben-Seite sieht er, dass einige Einkäufer inzwischen auf Hardware bestehen, die auch LVFS unterstützt.





