Linuxtag: Deutsche Telekom schickt zwei Open-Source-Projekte auf den Weg

Obwohl auf dem Linuxtag 2014 nicht als Aussteller vertreten, vermeldete die Deutsche Telekom vor Ort zwei frohe Open-Source-Botschaften.

Das Frontend des Open Source License Compendium (Oslic), einer schon länger existierenden Applikation der Telekom, mit der sich Entwickler und Firmen über die Eigenschaften von Softwarelizenzen informieren können, hat seit dem 8. Mai eine neue Heimat. Auf dem Linuxtag gaben der Konzern und Amadeus Germany, ein Anbieter von Reisebuchungssystemen, gemeinsam bekannt, dass die Leitung für Open Source Compliance Advisor (Oscad) in Version 2.0 von nun an in Amadeus’ Händen liegt.

Die Telekom hatte zuvor die gemeinsame textuelle Basis mit einer Exportschnittstelle versehen, sodass Oscad die darzustellenden Inhalte direkt aus Oslic importieren kann. Das neue Frontend, das Amadeus im letzten halben Jahr für interne Zwecke dank der freien Oslic-Lizenz ungehindert entwickeln konnte, wird auch der Telekom künftig als Referenz dienen.

Karsten Reincke, Fach-Senior Manager Open Source Review Board bei der Telekom, zeigt sich im Gespräch mit dem Linux-Magazin hoch zufrieden: “Contribution in die Open Source Community hinein – hier Oslic und Oscad 1.0 – stellt sich für unsere Firma auch aus kommerzieller Sicht als ein echter Gewinn dar. Der Rückfluss aus der Community bei unser Kooperation mit Amadeus ist evident: Von nun brauchen wir nur noch das Oslic weiterzuentwickeln, und Amadeus braucht nur das Frontend zu pflegen. Beide Komponenten werden besser, das nutzt unseren Firmen und der Open Source Community ebenso.”

Unabhängig davon machte Reincke in einem anderen Vortrag bekannt, dass die Telekom eine weitere bislang intern benutzte Software unter eine freie Lizenz stellt: Psi Keds ist eine Art Abfallprodukt aus der Cloudkomponenten-Provisionierung, welches die Telekom als intelligenten Warenkorb für Onlineshops unter der AGPL allen Interessierten anbietet. Mit Mitteln der künstlichen Intelligenz unter Zuhilfenahme von XML-Dateien definieren Shopbetreiber sowohl Zusammenhänge als auch sich gegenseitig ausschließende Eigenschaften von Artikeln, die am Ende schon beim Füllen von Warenkörben vor Fehlkäufen bewahren kann.

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