In der von Ubuntu und dem KDE-Ableger Kubuntu gepflegten Release-Politik stünde für das Mitte Januar erwartete Kubuntu 8.04 (Hardy Heron) eine Ausgabe mit Long Term Support (LTS) über drei Jahre an. Jetzt teilt Kubuntu-Chefentwickler Jonathan Riddell mit, dass es keine LTS-Version gebe, stattdessen setzt Kubuntu auf das Desktop-Update KDE 4.
Für das Gnome-basierte Ubuntu gilt diese Entscheidung nicht. Kubuntu-Anwender dagegen sollen als Alternative auch eine Version 8.04 installieren können, die wie gehabt KDE 3.5 mitbringt.
Die Kubuntu-Entwickler zeigen sich auf der Mailingliste von Riddells Ankündigung nicht ungeteilt begeistert. KDE 4 sei noch nicht einmal veröffentlicht, und dürfte mit diversen Bugs und Problemen behaftet sein, heißt es da. Außerdem sollte den weniger experimentell aufgelegten und professionellen Benutzern nun wieder ein Kubuntu mit höherem Supportanspruch serviert werden.
Riddell erklärt den selbst für die Kubuntu-Vetrauten überraschenden Schritt mit strategischen Motiven. Wer, wenn nicht die KDE-Ausgabe sei dazu berufen, das Major-Release KDE 4 anzubieten, argumentiert er. Die Fortführung des von Canonical eingeführten Rhythmus verbiete sich deshalb. Kubuntu müsse Flagge zeigen. Die laut Riddell hohen Download-Zahlen einer Live-Ausgabe von Kubuntu 7.10 mit KDE4 RC2 sprächen dafür, dass die Benutzer dies ebenso einschätzen, schreibt Riddell.
Kubuntu-Entwickler wie Jonathan Jesse sehen die Streichung der LTS-Ausgabe weniger logisch. Noch auf dem Ubuntu Developer Summit in Boston sei man sich einig gewesen, sowohl das nächste Ubuntu als auch Kubuntu als LTS-Versionen herauszubringen, nebst zusätzlichen Ausgaben von beiden mit KDE4. Jesse sieht Kubuntu nun die Rolle des Versuchskaninchen übernehmen.





