Kommt das Soundsystem OSS wieder in den Linux-Kernel?

Auf der Kernel-Mailingliste ist eine Diskussion um die erneute Aufnahme des nun freien Open Sound System (OSS) entbrannt.

Anlässlich der Freigabe des Quellcodes von OSS hat der Entwickler Tomasz Kloczko vorgeschlagen, die Advanced Linux Sound Architecture (ALSA durch das Open Sound System (OSS) zu ersetzen.

Er begründet diesen Vorstoß mit dem Argument, dass OSS den besseren Sound-Support biete. In direkter Erwiderung setzt Alan Cox dem entgegen, dass genau zu diesem Zweck vor Jahren ALSA in den Kernel aufgenommen wurde. Er räumt ein, dass OSS für viele andere Plattformen nützlich sei, jedoch nicht für Linux mit ALSA. Nicht zuletzt böte ALSA mit seiner OSS-Emulation eine vollwertige Schnittstelle zum alten System. Cox bezeichnet die Freigabe von OSS als Veröffentlichung historischen Codes.

Auch Takashi Iwai, einer der Maintainer des ALSA-Zweigs, beteiligt sich an der Diskussion. Er räumt ein, dass es einige Design-Fehler bei ALSA gebe und er nicht grundsätzlich gegen eine Änderung der bisherigen Code-Basis sei. Eine vollständiges Entfernen von ALSA aus dem Kernel hätte aber zur Folge, dass eine sehr große Zahl aktueller Geräte nicht mehr unterstützt würden. Doch auch OSS hätte noch genug Fehler. Er macht deutlich, dass er sich erst dann wieder an der Diskussion beteiligen werde, wenn diese konstruktiveren Charakter annehme.

Ein vorläufiges Schlusswort setzt Bartlomiej Zolnierkiewicz. Er gibt zu bedenken, dass Lernen von der Vergangenheit hieße, nach vorne zu schauen und ein Sound-System der nächsten Generation zu entwickeln, das besser als ALSA oder OSS wäre. Dies würde aber eine Kooperation zwischen den Entwicklern beider Lager voraussetzen. Das sei das größte Problem.

Anfang Juni hatte das Unternehmen 4Front Technologies mitgeteilt, den Code von OSS als Open Source unter der Common Development and Distribution License (CDDL) und zusätzlich unter der GPLv2 zu veröffentlichen. Damit lässt sich das Soundsystem lizenztechnisch mit Systemen wie Linux und BSD mischen. Seit dem 14. Juni 2007 ist der Quellcode frei zugänglich.

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