KIT macht Vorschlag für Tracing-App

Das Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) und das Forschungszentrums Informatik (FZI) ein Partners des KIT schalten sich in die derzeit laufende Diskussion über Tracing-Apps für das Monitoring der Covid-19-Verbreitung mit einem Vorschlag für eine App ein. Die funktioniere mit einer Kombination von dezentralem und zentralem Ansatz und biete so einen höheren Datenschutz.

 

Der duale Ansatz soll zudem einen stärkeren Datenschutz auch gegenüber aktiven Angreifern bieten, so das KIT.  Die Daten sind dabei wie bei den bekannten dezentralen Ansätzen, lokal auf den Mobiltelefonen gespeichert. Nur im Fall einer positiven Diagnose auf das Coronavirus werden sie auf zentrale Server geladen, so das KIT in einer Mitteilung. Auf diesen Servern finde dann auch der Abgleich der Kontaktpersonen statt, heißt, um damit verschleiern zu können, wer infiziert sei. Dies ist bei einem rein dezentralen Konzept nicht möglich“, sagte Jörn Müller-Quade, Professor für Kryptographie und Sicherheit am KIT und Direktor am FZI. Müller-Quade weiter: „Gleichzeitig haben wir den Server aufgeteilt, sodass keine einzelne Partei allein irgendwelche sensitiven Informationen abgreifen kann. Dabei könnte beispielsweise ein Server vom Robert Koch-Institut und andere von großen Firmen betrieben werden.“ Selbst wenn alle diese Server kompromittiert seien, erreiche das Verfahren immer noch die gleichen Sicherheitseigenschaften wie die bisherigen Ansätze, heißt es in der Mitteilung, solange sie nicht böswillig miteinander kooperieren würden.

Das KIT sieht weitere Vorteile in dem dualen Ansatz. So könne der Anwender etwa um einen Test machen zu können, gegenüber medizinischen Fachleuten sicher beweisen kann, dass er Kontakt mit einer erkrankten Person hatte. Ansonsten ließe sich ein Test erschleichen, indem ein Screenshot einer Warnung von einem fremden Smartphone vorgezeigt werde. Um Fehlalarme zu vermeiden, sollen Information über ein Infektionsrisiko erst nach einem bestimmten Zeitraum ausgegeben werden. Das soll verhindern, dass jemand gewarnt wird, wenn er nur an einem Auto mit einer infizierte Person darin vorbeigegangen ist.

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