Zum ersten Mal hat Ende letzten Jahres Anthropics KI-Modell Claude ein Fahrzeug auf einem anderen Planeten gesteuert.
Ingenieure des Jet Propulsion Laboratory (JPL) der NASA nutzten Claude, um die Route für Perseverance zu planen, damit dieser einen etwa vierhundert Meter langen Weg durch ein Feld aus Felsen auf der Marsoberfläche zurücklegen konnte.
Signale von der Erde brauchen rund 20 Minuten, bis sie den Mars erreichen. Deshalb kann ds Fahrzeug dort nicht unmittelbar gesteuert werden. Stattdessen wird seine Fahrtroute voraus geplant und dann übermittelt. Das Ergebnis kann erst im Nachhinein beurteilt werden. Normalerweise übernehmen menschliche Ingenieure die Planung, aber diesmal ging ihnen Claude zur Hand.
Das Fahren auf der Marsoberfläche ist alles andere als trivial. Jede Fahrt des Rovers muss sorgfältig geplant werden, damit die Maschine nicht rutscht, kippt, durchdreht oder stecken bleibt. Seit der Landung des Rovers haben seine menschlichen Bediener daher akribisch Wegpunkte festgelegt – sie nennen es einen “Brotkrumenpfad” –, denen er folgen soll, wobei sie eine Kombination aus Bildern aus dem Weltraum und den Bordkameras des Rovers verwenden.
Der Perseverance Rover ist ein Roboter in der Größe eines Autos, der mit Kameras und wissenschaftlichen Geräten ausgestattet ist. Er ist seit seiner Landung im Februar 2021 auf dem Mars im Einsatz. Seine Mission besteht darin, die Geologie und das Klima der Vergangenheit des Planeten zu bestimmen, Proben von Marsgestein und Regolith (gebrochenes Gestein und Staub) zu sammeln und den Weg für die Erforschung des Roten Planeten durch den Menschen zu ebnen. Ein weiteres wichtiges Ziel ist astrobiologischer Natur: Der Landeplatz, der 45 Kilometer breite Jezero-Krater, wurde ausgewählt, weil es Hinweise darauf gibt, dass es dort vor Milliarden Jahren Wasser gab – Wasser, das mikrobielles Leben ermöglicht haben könnte. Bislang hat der Rover spannende Hinweise auf möglicherweise urzeitliches Leben auf dem Mars entdeckt.




