Kernelshark erreicht Version 1.0

Kernelentwickler Steven Rostedt hat Kernelshark 1.0 veröffentlicht, ein grafisches Frontend, um Daten des Kernel-Tracers auszuwerten.

Eigentlich sollte die Version 1.0 von Kernelshark bereits im letzten Jahr erscheinen. Doch nach Verzögerungen kündigte Rostedt die neue Version 1.0 am 26. Juli auf der Mailingliste an. Das Frontend vereinfacht den Umgang mit dem offiziellen Kerneltracer Ftrace, spielt dabei aber über Bande. Es dient als Frontend für “trace-cmd”, einem Kommandozeilentool, das die Interaktion mit Ftrace vereinfacht.

Längere Zeit erhielten “trace-cmd” und Kernelshark als Seitenprojekte nicht besonders viel Aufmerksamkeit. VMware setzte dann aber aktiv Entwickler auf die beiden Tools an. Diese haben Kernelshark von Grund auf neu geschrieben und zwar komplett in Qt. Die ältere Version verwendete noch GTK. Der Umstieg scheint sich gelohnt zu haben: Kernelshark 1.0 laufe laut Rostedt nun schneller, sei ausbaufähiger und leichter zu bedienen.

Visualisierung als Plus

Anders als “trace-cmd” kann Kernelshark die im Kernel gesammelten Daten visualisieren. Das erwies sich als nützlich, als ein Hardware-Anbieter nicht glauben wollte, dass die Hardware eines seiner Rechner eine hohe Latenz aufwies, wie Rostedt in einer Präsentation zu Kernelshark erklärte.

Während “trace-cmd” die Verzögerungen zwar misst, aber nur eine große Textausgabe anzeigt, kann Kernelshark die Ergebnisse grafisch visualisieren, sie erscheinen als größere Lücken im Graphen. Benutzt wird Kernelshark unter anderem von Entwicklern, die eigene Treiber oder Software für den Kernel schreiben und den Einfluss ihres Codes auf die Performance messen wollen.

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