Das Merge-Window für Kernel 4.2 ist bereits offen, doch Greg Kroah-Hartman möchte Kdbus noch mindestens eine Runde aussetzen lassen.
Erst für eine der kommenden Kernel-Versionen will der Entwickler einen erneuten Pull Request stellen, welche er konkret meint, äußert er in seinem Post allerdings nicht. Grund scheinen nicht allein die anhaltenden Diskussionen auf der Kernel-Mailingliste über den Zustand von Kdbus zu sein. Vielmehr stehe die Kernel-IPC nun auch für verschiedene Distributionen bereit, in Fedora Rawhide lässt es sich zum Beispiel über die Bootoption “kdbus=1” aktivieren. Das Projekt erhofft sich wertvolles Feedback aus diesem Praxiseinsatz.
Mit Ingo Molnar sprach sich zudem ein wichtiger Kernelentwickler für die Aufnahme von Kdbus in den Kernel aus. Molnar vergleicht Kdbus mit dem Code von Androids Binder-IPC und argumentiert, dass der Kdbus-Code den Basiscode des Kernel kaum berühre. In den letzten 10 Jahren habe niemand den vorhandenen IPC-Code betreut oder fit für die Zukunft gemacht. Das habe ein technisches Vakuum erzeugt, es gebe keinen “goldenen” Standard in Sachen IPC.
Nun, so Molnar weiter, kämen angesichts der geplanten Kdbus-Veröffentlichung plötzlich allerhand neue Vorschläge auf den Tisch. Diesen fehle allerdings realer Code im Hintergrund. Sollten die Kernelentwickler die Aufnahme des Kdbus-Codes ablehnen, befürchtet Molnar aufgrund der fehlenden Alternativen eine Stagnation in diesem Bereich.





