Kaspersky skizziert Cyberbedrohungen für Unternehmen

Sicherheitsexperte Kaspersky hat eine Prognose zu den Bedrohungen durch Cyberkriminelle für Unternehmen im Jahr 2023 veröffentlicht. Der Trend geht dabei in Richtung Malware-as-a-Service und öffentliche Ausschreibungen.

Im vergangenen Jahr seien etwa zwei Drittel der Großunternehmen in Deutschland mit mehr Cyberangriffen konfrontiert gewesen. Für das Jahr 2023 haben die Experten des Kaspersky Security Services die Bedrohungen untersucht, die für große Unternehmen und den staatlichen Sektor relevant sein könnten.

Eine Methode sei die Erpressung Erpressung durch Countdown bis zum Datenleck. Dabei berichten Ransomware-Akteure in ihren Blogs über erfolgreiche Hackerangriffe auf Unternehmen. Allein im September und November vergangenen Jahres hat Kaspersky rund 500 solche Beiträge aufgespürt.  Während Cyberkriminelle sich früher direkt an die Betroffenen wandten, posten sie in Blogs über die Sicherheitsverletzung und zeigen dort einen Countdown für die Veröffentlichung der durchgesickerten Daten an, anstatt privat ein Lösegeld zu fordern. Dieser Trend werde sich voraussichtlich auch in diesem Jahr fortsetzen glaubt Kaspersky. Die Cyberkriminellen profitieren davon, egal ob das betroffene Unternehmen zahlt oder nicht. Denn die Daten würden oft versteigert, wobei das Schlussgebot manchmal sogar das geforderte Lösegeld übersteige.

Countdown bis zu Veröffentlichung der Daten im Blog der Ransomware LockBit. Quelle: Kaspersky

Dass Cyberkriminelle sich mit falschen Leaks brüsten, sei ein weiteres Phänomen. Blog-Beiträge über Erpressungen seien medienwirksam. Das könnten weniger bekannte Akteure im Jahr 2023 ausnutzen, indem sie behaupten, ein Unternehmen angeblich gehackt zu haben, unabhängig davon, ob der Angriff tatsächlich stattgefunden hat. Schaden werde es dem so diffamierten Unternehmen trotzdem.

Dass Leaks persönlicher Daten berufliche Mail-Accounts gefährden werde sich auch im Jahr 2023 vermehrt fortsetzen. Neben der Privatsphäre des Einzelnen werde dadurch auch die Cybersicherheit von Unternehmen gefährdet. Mitarbeiter würden häufig berufliche E-Mail-Adressen einsetzen, um sich bei Websites von Drittanbietern zu registrieren. Öffentlich verfügbare E-Mail-Adressen seien für Cyberkriminelle interessant, um Diskussionen über potenzielle Angriffe im Darknet auszulösen und sie für Phishing und Social Engineering zu verwenden.

Malware-as-a-Service, Angriffe über die Cloud und kompromittierte Daten aus dem Dark Web stellen für Kaspersky ein weiteres Bedrohungsszenario dar. Die Kaspersky-Experten gehen davon aus, dass sich Ransomware-Angriffe durch Malware-as-a-Service (MaaS)-Tools immer ähnlicher werden. Durch immer komplexere Angriffe würden automatisierte Systeme nicht mehr ausreichen, um Sicherheit zu gewährleisten. Darüber hinaus werde die Cloud-Technologie zu einem beliebten Angriffsvektor werden.

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Atalanttore
3 Jahre her

Ransomware-Erpressungen sind die Atomwaffenerpressungen des kleinen RuZZen.

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