Die an Pentester und Sicherheitsexperten gerichtete Distribution Kali Linux frischt die Optik leicht auf, schraubt dezent an den Images für den Raspberry Pi und trägt ungewöhnlicherweise ein „a“ in der Versionsnummer.
Dabei handelt es nicht um eine spezielle Version: Nachdem die Kali-Entwickler bereits die Images der Version 2025.1 produziert hatten, fiel ihnen ein Fehler in einem Paket auf. Den beseitigten sie noch schnell und generierten die Images neu. Zur Unterscheidung verpassten sie diesen die Versionsnummer 2025.1a.
Neues vom Desktop
Einmal im Jahr hübscht das Kali-Team seine Distribution leicht auf. Dies war jetzt wieder soweit. Die überarbeitete Optik manifestiert sich in erster Linie in neuen Hintergrundbildern – deutlich sichtbar im Boot-Menü und beim Anmeldebildschirm.
Kali Linux nutzt standardmäßig die Desktop-Umgebung Xfce, die sich ab sofort in der Version 4.20 meldet. Ihr hat das Kali-Team einige neue Tastenkürzel beigebracht, die vor allem den Umstieg von anderen Betriebssystemen erleichtern sollen. So ruft etwa [Super]+[F] den Dateimanager auf, während [Super]+[W] den Browser auf den Schirm holt. Sämtliche neuen Tastenkombinationen verraten die Release-Ankündigung und das entsprechende Register in den Tastatureinstellungen von Xfce.
Wer lieber unter KDE Plasma arbeitet, musste bislang noch mit dessen alter Version 5.27 leben. In Kali Linux 2025.1a steht endlich KDE Plasma 6.2 bereit – aktuell ist allerdings die Version 6.3. In jedem Fall tickt unter der Haube der Linux Kernel 6.12. Erstmals verfügbar ist mit dem Tool Hoaxshell ein Windows Reverse Shell Payload Generator und Handler.
Umbauten beim Raspberry Pi
Bei der Kali-Linux-Variante für den Raspberry Pi gab es gleich mehrere Änderungen. Zunächst kommt die Firmware aus dem entsprechenden Paket „raspi-firmware“ des Raspberry Pi OS zum Einsatz. Auch der aktualisierte Kernel 6.6.74 basiert auf dem Pendant aus der offiziellen Distribution für den Raspberry Pi.
Das Nexmon Kernel-Modul unterstützt jetzt DKMS und steckt im Paket „brcmfmac-nexmon-dkms“. Diese Auslagerung hat den Vorteil, dass sich das Modul unabhängig vom Kernel aktualisieren lässt. Die Nexmon-Firmware gehört allerdings noch nicht zum Lieferumfang von Kali Linux 2025.1a: Das Kali-Team sucht derzeit noch nach einem möglichst eleganten Weg, die Firmware zu aktualisieren. Die Nexmon-Firmware folgt daher erst in einer der kommenden Kali-Linux-Versionen.
Neues vom NetHunter
In Form von NetHunter steht Kali Linux auch auf Smartphones und anderen mobilen Geräten parat. Die App offeriert einen neuen Reiter „CAN Arsenal“, das Werkzeuge für das Hacken eines Autos versammelt. Auf dem Samsung Galaxy S9 und S10 sowie dem Xiaomi Redmi Note 6 Pro verwendet NetHunter neue Kernel, zudem funktioniert das Samsung HID wieder.




