Intel verschiebt geplante Chipfabrik

Der kriselnde Chipkonzern Intel hat den geplanten Bau der Chip-Fabrik in Magdeburg vorerst aufgrund der erwarteten Marktnachfrage um etwa zwei Jahre aufgeschoben.

Das erklärte Konzernchef Pat Gelsinger in New York. Ursprünglich geplant war ein riesiger Produktionskomplex mit einem Investitionsvolumen von 30 Milliarden Euro. Dabei sollten etwa 3.000 Arbeitsplätze entstehen. Die Bundesregierung hatte Staatshilfen von 9,9 Milliarden Euro für die Ansiedlung in Aussicht gestellt.

Dazu erklärt Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder: “Deutschland muss zum Zentrum der europäischen Chip-Industrie werden und sich auch weltweit in der Spitzengruppe positionieren. Dieses Ziel dürfen wir trotz der aktuellen Entscheidung Intels zum Bau einer Chipfabrik in Magdeburg nicht aus den Augen verlieren. Halbleiter sind die Basistechnologie der deutschen Wirtschaft, das gilt für die Anbieter von Telekommunikationsleistungen, Cloud Computing und Künstlicher Intelligenz ebenso wie für klassische Industriezweige wie den Automobil- oder Maschinenbau. Für 83 Prozent der Unternehmen, die Halbleiter-Bauteile und -Komponenten verwenden, sind sie unverzichtbar. Deutschland und Europa müssen einseitige Abhängigkeiten bei Halbleitern beenden und eigene Kapazitäten aufbauen – für mehr technologische Unabhängigkeit und digitale Souveränität. Die nun freiwerdenden 10 Milliarden Euro an staatlicher Förderung dürfen nicht in irgendwelchen Haushaltspositionen verschwinden. Die Fördermittel müssen gezielt in digitale Schlüsseltechnologien investiert werden.”

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Nach oben