Für den EMEA-Markt (Europa, Naher Osten, Afrika) errechneten die Marktforscher von IDC einen Wachstumstrend für den Servermarkt im ersten Quartal 2008. Der Windows Server 2008 erzielt dabei bereits gute Ergebnisse.
Die Erlöse im Raum Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) betrugen rund 4,4 Milliarden Dollar, die Wachstumsrate gegenüber dem ersten Quartal 2007 knapp fünf Prozent. Die Zahl der verschifften Geräte wuchs um fast neun Prozent auf 680.000 Stück. Dabei lasse aber die Analyse von Stückzahlen und Umsatz darauf schließen, dass die Durchschnittspreise gefallen sind, informiert IDC.
Die wachstumsstärksten Regionen waren Zentral- und Osteuropa (knapp 12 Prozent) sowie Afrika (gut 16 Prozent). Dem westeuropäischen Wachstum stellen die Marktbeobachter aus Massachusetts ebenfalls ein gutes Zeugnis aus, wenn auch die Rate hier nur bei knapp drei Prozent liegt.
Der Windows Server 2008 hat nach Erkenntnis von IDC den “außerordentlichen” Marktanteil von gut 37 Prozent erreicht. Der Microsoft-Server habe damit früher als erwartet auf dem Markt eingeschlagen. Der “magere” Unix-Anteil unter den Servern (knapp 32 Prozent) lasse die Zahl noch beeindruckender wirken, heißt es. (Lesen Sie zum Windows Server 2008 den Erlebnisbericht unseres Security-Experten aus dem Linux-Magazin, der online verfügbar ist.) Der Anteil von Linux sei gewachsen, aber langsamer. Dafür nennen die Amerikaner aber nur die Umsatzzahl von rund 600 Millionen US-Dollar, keinen Marktanteil.
Bei den Hardware-Plattformen waren die x86-Server zu 64 Bit Busbreite um rund 13 Prozent gefragter als letztes Jahr. RISC- und CISC-Prozessoren verkauften die Hersteller etwas weniger, womit IDC den abfallenden Trend für Nicht-x86-Plattformen bestätigt sieht. Aufsteiger mit einem Wachstum von 32 Prozent auf einen Umsatz von fast 400 Millionen Dollar seien Server mit EPIC-Boards und Itanium-Prozessoren. Interessant ist schließlich noch die hohe Nachfrage nach Datei-Servern, die IDC als den Hauptmotor des Servermarktes bezeichnet. Hier fallen die Preise und erzielten fast 53 Prozent des Gesamtumsatzes.
Daneben betonen sie die Nachfrage nach Virtualisierungslösungen. Gartners Chef-Marktforscher für den europäischen Unternehmensserver-Markt Nathaniel Martinez deutet die Zahlen so, dass Endkunden allmählich den Wert für Automation und Management erkennen. Besodners wichtig seien die Segmente Hochverfügbarkeit und Backup. Hierauf zielen die Unternehmen auch am stärksten, so Martinez. Flankierend wirken neue Prozessoren-Technologien und Blades, die vor allem im mittelständischen Abnehmermarkt für hohen Absatz sorgen. Auch sei das Marktsegment Green IT noch nicht ausgeschöpft, so Martinez weiter.
Die Unternehmen-Hitlist zeigt Hewlett-Packard mit einem Marktanteil von 35 Prozent an der Spitze (plus 5,1 Prozent). Danach folgt IBM mit gut 29 Prozent (plus 1,9 Prozent). Sun Microsystems hat in der EMEA-Region einen Zuwachs des Anteils um fast 5 Prozent geschafft und schneidet damit besser ab als in der weltweiten Betrachtung, wo der Wachstum negativ war (siehe Gartners weltweite Serverzahlen auf Linux-Magazin Online). Den vierten und fünften Platz belegen Dell und Fujitsu Siemens mit Marktanteilen zwischen acht und zehn Prozent. Dell wuchs dabei um 21 Prozent, Fujitsu nur um gut 13 Prozent.



