Das Firmen-Trio und drei Partner aus der Wissenschaft wollen weltweit verstreute Rechenzentren als Testumgebung für Cloud Computing zum Zwecke der Forschung nutzen und anderen Forschern zur Verfügung stellen.
Die Rechenwolke soll bis Ende des Jahres an sechs Orten in der Welt jeweils zwischen 1000 und 4000 Prozessorkerne bereit stellen. An drei Orten, nämlich bei HP, Intel und Yahoo, seien diese so genannten “Center of Excellence” bereits im prototypischen Betrieb, sagte eine Sprecherin für Hewlett Packard gegenüber Linux-Magazin Online. Ziel der Cloud-Computing-Initiative ist, die Technologie als Plattform bekannt zu machen und in Forschung und Lehre voran zu bringen. Industrie, Hochschulen und Regierungsbehörden sollen sie zu Forschungszwecken nutzen. Die Kriterien, wer die Testumgebung nutzen darf, seien aber noch nicht festgelegt, sagte die Sprecherin.
Bis Herbst wollen die Partner drei weitere Wolken-Zentren in Betrieb nehmen. Neben Intel, HP und Yahoo gehört das erst im Februar entstandene Science Center für Computing des Karlsruher Instituts für Technologie der Initiative an. Fünftes Mitglied ist die Infocomm Development Authority in Singapur, eine Regierungsbehörde des Inselstaates. Als letzter Partner wird die Universität Illinois in Zusammenarbeit mit der amerikanischen öffentlich-rechtlichen National Science Foundation ein sechstes Zentrum in Betrieb nehmen.
Als Forschungsbereiche kommen dynamische und skalierbare Web-Anwendungen in Frage, zählte HP gegenüber Linux-Magazin Online auf, sowie die Organisation von Hochleistungsclustern und großer Datensätze oder auch einfach Training und Ausbildung zur Technik des Cloud Computing. Möglich sei hier außerdem, Einblick zu nehmen in Anforderungen verschiedener Anwendergruppen wie Forschung, Lehre, Verwaltung und Industrie. Interessierte Organisationen oder Forscher sollen mittels der Cloud-Computing-Seiten von HP, Intel oder Yahoo Kontakt aufnehmen.
Bei Hewlett-Packard ist die Forschungseinrichtung HP Labs das ausführende Organ der Initiative. Für den Hersteller aus dem kalifornischen Palo Alto liegt der Interessenschwerpunkt auf effizienter Cloud-Infrastruktur, damit er Kunden bedarfsorientierte Rechenleistung als Service anbieten möchte. Chipfabrikant Intel bettet seine Beteiligung in seine innvoationsfördernde Zusammenarbeit mit Forschern ein und verweist auf Tashi, ein quelloffenes Cluster-Management für Rechenwolken, dass eine Gruppe aus Intel-, Yahoo und akademischen Forschern kürzlich bei der Apache Foundation eingereicht haben. Yahoo verfolgt bei Cloud Computing das Ziel, sein Open-Source-Projekt Pig und das Apache-Projekt Hadoop, das Yahoo selbst einsetzt, weiter zu entwickeln.





