Ubuntu-Finanzier Mark Shuttleworth hat den Codenamen und einige Eckdaten für die übernächste Ubuntu-Version veröffentlicht.
Der Nachfolger von Feisty Fawn, das am 19. April erscheint, wird Gutsy Gibbon – mutiger Gibbon – heißen und, dem 6-Monats-Rhythmus folgend, im Oktober 2007 fertig sein.
Eines der wichtigsten neuen Features von Gutsy dürfte eine neue Ausprägung der Ubuntu-Distribution sein, die bislang noch keinen Namen trägt. Sie soll ausschließlich aus freier Software bestehen, enthält dann also keine Firmware, Treiber, Grafiken, Sounds oder Programme, die nicht unter einer freien Lizenz stehen. Schon 2005 hatte Shuttleworth eine “ideologisch korrekte” Ubuntu-Version namens Gnubuntu ins Spiel gebracht und die Domain gnubuntu.org registriert. Mangels Engagement innerhalb des Ubuntu-Projekts hat sich aus dieser Idee das Gnewsense-Projekt erschaffen, mit dem Shuttleworth jetzt zusammenarbeiten will, um eine offizielle ideologisch korrekte Ubuntu-Version zu kreieren.
An technischen Neuerungen für Gutsy Gibbon nennt Mark Shuttleworth ein verbessertes Installationssystem, mit dem Ubuntu “die einfache Installation neu definieren” will. Das grafische Installationssystem Ubiquity soll um eine Unattended-Installation-Option ergänzt werden, um die automatische Installation von Ubuntu etwa in großen Firmennetzen oder Schulen zu ermöglichen. Das Server-Team der Distribution soll daher sowohl an besseren Deployment- als auch an weiteren Management-Funktionen für Ubuntu-Server arbeiten. Shuttleworth hofft darüber hinaus, nach zwei vergeblichen Versuchen, dass Gutsy standardmäßig mit einem Composite Manager ausgeliefert wird, um die grafischen Fähigkeiten auf dem Desktop voll auszureizen. Shuttleworth sieht in den Grafikfähigkeiten eine der großen Chancen für Linux auf dem Desktop.
Eine vollständige Roadmap für Gutsy Gibbon werden die Entwickler Anfang Mai auf dem Ubuntu Developer Summit in Sevilla angehen. Es soll wieder sechs Beta-Versionen geben, die beginnend mit dem 7. Juni veröffentlicht werden. Die finale Freigabe ist für den 18. Oktober vorgesehen.



