Wie die New York Times schreibt, habe Google letzte Woche vier Mitarbeiter entlassen, die sich für eine Gewerkschaft in dem Unternehmen engagiert haben sollen.
Google bestätigte zwar die Kündigungen, gibt aber laut New York Times als offiziellen Grund “klare und wiederholte Verstöße” gegen Googles Datensicherheits-Richtlinien an. Die Mitarbeiter hätten laut dem Memo wiederholt Informationen gesucht, betrachtet und verteilt, die nichts mit ihrer Arbeit zu tun gehabt hätten. Das sieht die Tech Workers Coalition anders, die versucht, die Tech Industrie gewerkschaftlich zu organisieren. Sie behauptet, Google habe die Angestellten gefeuert, weil diese sich organisieren.
Umgang mit Kritikern
Zumindest zwei von ihnen gaben auf einer Demonstration an, Kritik an Googles Geschäftspraktiken geübt zu haben. Am Freitag hatten sich mehr als 100 Kollegen der gefeuerten Mitarbeiter vor dem Google-Büro in San Francisco versammelt, um gegen die Kündigungen zu protestieren. Zwei sprachen dort und stritten ab, für sie nicht autorisierte Dokumente eingesehen zu haben. Rebecca Rivers hätte allerdings intern Einwürfe gegen Google Zusammenarbeit mit der Grenzschutzbehörde (Customs and Border Protection, CBP) erhoben, die 2017 begonnen hatte, die Eltern und Kinder geflüchteter Familien voneinander zu trennen. Laurence Berland hatte nach eigenen Angaben den Umgang von Youtube mit den Hate-Speech-Richtlinien kritisiert.
Google steht derzeit unter erhöhter Beobachtung, weil das Unternehmen seine anfangs sehr liberale Einstellung gegenüber kritischen Mitarbeitern zu ändern scheint. So gab es offenbar Treffen des Managements mit Vertretern einer Firma, die damit wirbt, gegen Versuche gewerkschaftlicher Organisation in Firmen vorzugehen. Mit Miles Taylor hatte Google zudem einen Homeland-Security-Mitarbeiter eingestellt, der sich öffentlich für die Trennung der geflüchteten Familien an der Grenze und den Bann von Muslimen eingesetzt hatte. Im August hatten 1500 Google-Angestellte öffentlich an Google appelliert, keine Aufträge von der Customs and Border Protection anzunehmen.




