An der Verschlüsselungssoftware GnuPG arbeitete zuletzt nur noch Werner Koch. Um die Arbeit fortsetzen zu können, bat der Entwickler um Spenden. Die trafen jedoch nur schleppend ein, erst Dank eines Artikels und den sozialen Netzwerken kam jetzt genügend Geld zusammen.
Nach einem Happy-End sah es zunächst nicht aus: Bereits in einem Interview mit dem Linux-Magazin beklagte Werner Koch die geringe Spenden- und Finanzierungsbereitschaft — obwohl sein GnuPG sogar in vielen Unternehmen zum Einsatz kommt und dort insbesondere E-Mails verschlüsselt.
Auch ein Ende letzten Jahres gestarteter Spendenaufruf lief nur schleppend an, der Weiterentwicklung drohte somit fast das Aus. Dies änderte schlagartig ein Artikel auf dem Internetportal Pro Publica, der die schlechte finanzielle Lage von Werner Koch zusammenfasste. Dieser Artikel verbreitete sich in sozialen Netzwerken derart rasch, dass die benötigten 120 000 Euro binnen weniger Stunden zusammen kamen, inzwischen steht der Zähler bei knapp 200 000 Euro. Darüber hinaus wollen Facebook und des Unternehmen Stripe die Entwicklung mit jeweils jährlich 50 000 Dollar fördern.
Funding-Kritiker
Doch es gibt auch Kritik. Das Problem liege nicht nur bei der Finanzierung, schreibt der Sicherheitsforscher Felix von Leitner, aka Fefe, in seinem Blog. Er habe zwar schon schlimmeren Code gesehen, sehe aber den Hauptentwickler selbst als das größte Problem. “Werner Koch macht mit dem Code keine Wartung, eher eine Geiselnahme”, schreibt von Leitner. Er selbst, aber auch andere, hätten in der Vergangenheit erfolglos versucht, Patches an den GnuPG-Hauptentwickler zu senden. Forken wolle man das ohnehin nicht allzu stark genutzte Projekt jedoch auch nicht, das würde die Nische weiter fragmentieren und so wenig helfen.





Ich freue mich, das Werners langjährige (in weitem Umfang fast schon “ehrenamtliche” Arbeit am GnuPG Projekt nun endlich die Akzeptanz und Unterstützung erfährt, die ihm m.E. gebührt. Werners bisherige Politik restriktiv mit Patches umzugehen, solange er (oder andere) nicht genug Ressourcen für das erforderliche Code- und Qualitätsmanagement, halte ich für weitgehend nachvollziehbar.Immerhin handelt es sich um Sicherheitssoftware, in deren Bestandscode nicht zuletzt jahrelange Reviews vielerlei Entwickler stecken – da kann ich auch nachvollziehen, das womöglich Patches mit eleganterem, letztlich ev. sogar “besserem” (weil z.B. “schlanker” / “übersichtlicher”) Code auf Eis gelegt oder/und vorerst abgelehnt werden. Spätestens seit dem desaströsen OpenSSL… Mehr »