Gnome 46 mit Neuerungen auf und unter der Oberfläche

Die beliebte Desktop-Umgebung Gnome liegt in einer neuen Version vor, die zwar keine größeren, aber viele nützliche kleinere Änderungen mitbringt. Dazu zählen die neue globale Suche, ein verbessertes Remote Login und die Unterstützung von Variable Refresh Rates (VRR).

In Gnome 46 reicht ein Klick auf das neue Lupen-Symbol oder ein Druck auf [Strg]+[Umschalt]+[F], um ein Eingabefeld hervorzuholen. Den dort eingetippten Begriff sucht die Desktop-Umgebung an allen in den entsprechenden Einstellungen hinterlegten Orten.

Der Dateimanager zeigt jetzt links unten in der Ecke den Fortschritt von lang andauernden (Kopier-)Aktionen. Das Umschalten zwischen der Listen- und der Symbolansicht (Grid View) geht flotter, wobei die Grid View alle Favoriten mit einem entsprechenden Symbol markiert. Des Weiteren spürt der Dateimanager deutlich mehr Netzwerkgeräte auf.

Die Desktop-Umgebung kann ab sofort auf Microsoft OneDrive zugreifen. Bei der Anmeldung an einen Online-Dienst fährt der Standard-Browser hoch, der wiederum deutlich mehr Authentifizierungsmethoden zulassen soll. Ein neuer Kontentyp erlaubt das Einbinden von beliebigen WebDAV-Diensten. Eine neue Remote-Login-Option erlaubt die Verbindung zu einem Gnome-System, das derzeit gerade nicht verwendet wird. Der entsprechende Monitor lässt sich dabei von der Remote-Seite aus konfigurieren.

Das wiederum erfolgt in den Systemeinstellungen, die das Gnome-Team ebenfalls überarbeitet hat. Unter anderem haben die Entwickler durch eine Umorganisation die Navigation vereinfacht. Die Konfiguration für das Touchpad hat zusätzliche Einstellungen erhalten. So kann man etwa Gnome anweisen, das Touchpad abzuschalten, solange man auf der Tastatur tippt. Dies verhindert versehentliche Mausklicks.

Auch bei der Barrierefreiheit beziehungsweise Accessibility hat das Team nachgelegt. Der Screenreader Orca lässt sich per [Strg]+[Alt]+[Umschalt]+[Q] vorübergehend abschalten. Das ist etwa nützlich, wenn man virtuelle Maschinen mit eigenen Screenreadern betreibt. Darüber hinaus kann Orca den Systemstatus, wie etwa den Ladestand der Batterie, verraten. Auch die Bildschirmtastatur haben die Entwickler überarbeitet.

Die optimierten Nachrichten präsentieren in einer neuen Kopfzeile die sendende Anwendung. Die Softwareverwaltung markiert Flathub-Anwendungen von verifizierten Entwicklern. Optisch aufpoliert hat das Gnome-Team unter anderem die Kalender-und die Extensions-App. Contacts kann zudem mehrere VCard-Dateien auf einmal einlesen.

Auch unter der Haube haben die Entwickler geschraubt. So soll die Desktop-Umgebung agiler reagieren und weniger Ressourcen verbrauchen. Die Suche und die Bildervorschau ergreifen weitere Sicherheitsmaßnahmen gegen potentielle Malware. Sofern man den Bildschirm skalieren lässt und dabei keinen geraden Faktor wählt, erscheint die Darstellung jetzt deutlich schärfer.

Abschließend unterstützt Gnome 46 erstmals Variable Refresh Rates (VRR). Die Desktop-Umgebung passt dabei die Bildwiederholrate dynamisch an. Dies wiederum soll in bestimmten Situationen für eine „weichere“ beziehungsweise „flüssigere“ Darstellung sorgen. Die Funktion gilt in Gnome 46 allerdings noch als experimentell. Wer sie ausprobieren möchte, muss sie explizit auf eigene Gefahr auf der Kommandozeile einschalten

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