Glibc rüstet sich für das Y2038-Problem

Am 19. Januar 2038 kommt es zu einem Überlauf bei Systemen, die die Unixzeit etwa über “time_t” als vorzeichenbehaftete 32-Bit-Ganzzahl definiert haben. Die Glibc-Entwickler haben nun einen Plan erarbeitet, wie das Problem wirkungsvoll angegangen werden kann.

Seit dem 1. Januar 1970 tickt die Unixzeit im Sekundentakt und überschreitet am 19. Januar die Kapazität von vorzeichenbehafteten 32-Bit-Ganzzahlen. Das Problem dieses artithmetischen Überlaufs könnte sich von selbst lösen, wenn bis dahin nur noch 64-Bit-Architekturen und 64-Bit taugliche Programme existieren würden. Davon ist aber nicht auszugehen, glauben die Macher der Glibc und diskutieren einen Plan, wie das Problem wirkungsvoll angegangen werden kann, wenn die Systemzeit zum Zeitpunkt 2038-01-19 03:14:07 UTC die Sekundenzählung auf einen negativen Wert setzt und möglicherweise beim Datum 1901-12-13 20:45:52 UTC landet.

Ein Ziel sei es, so die Entwickler in dem bereits mehrfach angepassten Entwurf, einen Y2038-kompatiblen 64-Bit-Time-Support für 32-Bit anbieten zu können und zu garantieren, dass dass Aufrufe der Glibc zu keinem falschen Ergebnis führen wenn die Zeit für das Y2038-Problem gekommen ist.

Die Planung für Glibc ist durch die Vielzahl der APIs und Funktionen mit Zeitbezug umfangreich. In seinem Entwurf zum Y2038 Proofness Design gibt das Glibc-Wiki einen Überblick zu den Planungen. Kernel-Entwickler Christoph Hellwig hatte schon vor einigen Jahren auf der Kernel-Mailingliste den Vorschlag gemacht, die Glibc-Leute in die Y2038-Diskussion einzubinden. 

E-Mail Benachrichtigung
Benachrichtige mich zu:
0 Kommentare
Älteste
Neuste Beste Bewertung
Inline Feedbacks
Alle Kommentare anzeigen
Nach oben