Die Free Software Foundation (FSF) hat ihr neues Projekt zur Gewährleistung der Freiheit für Nutzer von Mobiltelefonen vorgestellt. „Librephone” solle eine Initiative sein, deren Ziel es ist, Hindernisse für die Freiheit von Mobiltelefonen durch Reverse Engineering zu beseitigen.
Librephone soll letztlich völlige Freiheit für die mobile Computerumgebung erreichen, so die FSF. Die überwiegende Mehrheit der Software-Nutzer weltweit verwende ein Mobiltelefon als primäres Computergerät. Nach vierzig Jahren Einsatz für die Freiheit in der Computerwelt wird die FSF nun ihre Bemühungen auf Mobiltelefone auszuweiten.
„Vor vierzig Jahren, als die FSF gegründet wurde, lag unser Schwerpunkt darauf, ein Betriebssystem anzubieten, das Menschen auf Desktop- und Server-Computern frei nutzen konnten. Die Zeiten haben sich geändert, die Technologie hat sich weiterentwickelt, aber unser Engagement für Freiheit ist unverändert geblieben“, sagte Zoë Kooyman, Geschäftsführerin der FSF. „Im Laufe der Jahre wurde viel Arbeit im Bereich der Freiheit von Mobiltelefonen geleistet, auf der wir aufbauen werden. Die FSF ist nun bereit, alles Notwendige zu tun, um den Nutzern von Mobiltelefonen Freiheit zu bringen. Angesichts der Komplexität der Geräte wird diese Arbeit Zeit brauchen, aber wir sind es gewohnt, langfristig zu denken.“
Praktisch gesehen ziele Librephone darauf ab, die letzten Lücken zwischen bestehenden Distributionen des Android-Betriebssystems und Softwarefreiheit zu schließen. Die FSF hat den Entwickler Rob Savoye (unter anderem DejaGNU, Gnash, OpenStreetMap) engagiert, um das technische Projekt zu leiten. Er untersucht derzeit den Zustand der Geräte-Firmware und der Binär-Blobs in anderen Projekten und legt dabei den Schwerpunkt auf die freie Softwarearbeit, die vom nicht vollständig freien Mobiltelefon-Betriebssystem LineageOS geleistet wird. Die ersten Arbeiten werden durch eine Spende von FSF-Vorstandsmitglied John Gilmore finanziert, teilt die FSF mit.



